NEWSLETTER JUNI 2019

Aus dem Vorstand

Die Mitgliederversammlung des SVU fand am 3. April 2019 auf dem Campus der ETH Lausanne und damit in einem Zentrum von Innovation und Technologie statt.

Über die offiziellen Aspekte hinaus war die Mitgliederversammlung für den Vorstand eine Gelegenheit, um mit seinen Mitgliedern über eine Vision für die Zukunft unseres Verbandes zu diskutieren. Wie soll heutzutage der Begriff «Umweltfachleute» definiert werden? Für welche Werte wollen wir eintreten? Was sind unsere Prioritäten? Diese Fragen behandelten und diskutierten wir mit unseren Mitgliedern. Die ideale Grundlage dafür war das Einführungsreferat unseres ehemaligen und des aktuellen Präsidenten, Bruno Oberli und Stefano Wagner, die uns einen Einblick in die Geschichte des svu|asep und seiner Entwicklung gaben.

Im Jahr 2019 wird die Strategie des svu|asep in die Praxis umgesetzt. Zu diesem Zweck werden im Rahmen konkreter Massnahmen insbesondere Aktionsschwerpunkte und Partnerschaften festgelegt, die mit Verbänden eingegangen werden sollen, welche die gleichen Ziele verfolgen.

Am Nachmittag stellte uns Gaétan Monnin (CSD Ingénieurs), der für die Umwelt-, Wasser- und Tiefbauaspekte des Projekts verantwortlich ist, das Projekt zur Modernisierung der Heizung und Klimatisierung der ETH Lausanne und Universität Lausanne vor, für welches das Wasser des Genfersees genutzt wird. Als wegbereitende und visionäre Einrichtung nutzt die ETH Lausanne das Seewasser für ihren Wärmebedarf bereits seit ihrem Bau in den Siebzigerjahren. Mit dieser Lösung lassen sich jedes Jahr Tonnen von CO2 einsparen. Nun geht es darum, diese Anlagen zu redimensionieren, um dem zunehmenden Bedarf des sich stark entwickelnden Campus gerecht zu werden. Dieses Projekt ist mit grossen technischen und ökologischen Herausforderungen verbunden, die den Mitgliedern bei der Projektpräsentation und während der Besichtigung vor Ort erläutert wurden. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es sich durchaus gelohnt hatte, für diese interessante Besichtigung «ein paar» Regentropfen in Kauf zu nehmen, die eigentlich im Veranstaltungsprogramm nicht vorgesehen waren.

Diese Besichtigung bot auch die Gelegenheit, einige architektonische Besonderheiten zu bewundern, die auf dem Campus während seiner Entwicklung errichtet wurden.

Engagement für die Landschaft

Der svu|asep engagiert sich auch weiterhin für die Thematik Landschaft. Dies hat der Vorstand an seiner Sitzung vom 21. Mai 2019 bekräftigt.

Der svu|asep hatte über Jahre Einsitz im Vorstand des 'forum landschaft'. Der Verein forum landschaft hat u.a den ersten Landschaftskongress Schweiz organisiert. Er hat sich im Frühling 2019 im Hinblick auf die Nutzung von Synergien aufgelöst. Wie Sie einschlägigen Berichten entnehmen konnten, haben sich im 2019 zusammen mit dem forum landschaft verschiedene Organisationen neu zum 'Forum Landschaft Alpen Pärke' der Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz (SCNAT) zusammengeschlossen. Dieses wird u.a. - ganz im Sinne des forum landschaft - den nächsten Landschaftskongress Schweiz organisieren. Da dem svu|asep die Thematik Landschaft wichtig ist, hat der Vorstand des svu|asep an seiner Sitzung vom 21. Mai 2019 entschieden, sich auch im Plenum des neuen Forums in geeigneter Form zu engagieren. Delegiert seitens svu|asep ist Bruno Käufeler.

https://naturwissenschaften.ch/organisations/forum_landscape_alps_parks

Information über Neustrukturierung der Expertengruppen

Die Expertengruppen des svu|asep wurden im Jahr 2012 eingeführt, um die Berufsrealität der Gesamtheit unserer Mitglieder widerzuspiegeln. Dadurch sollte der fachliche Austausch erleichtert und aufgewertet werden.

In den Jahren ihres Bestehens haben sich die Expertengruppen unterschiedlich entwickelt. In einigen Expertengruppen herrscht reger Austausch. Dort bildeten sich fachliche Netzwerke und es wurden unter anderem Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen, Verordnungen oder Vollzugshilfen verfasst. Andere Expertengruppen haben sich weniger stark entwickelt. Die Gründe werden vielfältig sein, wobei der svu|asep die fehlende Brisanz des Themas vermutet oder das manche Themen auch von anderen Verbänden abgehandelt werden.

Der Vorstand des svu|asep hat nun beschlossen, die Expertengruppen zu überarbeiten und teilweise zu bereinigen.

Information von der Expertengruppe Lärmschutz (Olof Kühnholz)

Die Parlamentarische Initiative "Den Verkehrsfluss auf Hauptverkehrsachsen nicht verunmöglichen" von Gregor Rutz hatte zum Ziel, das Tempo 30 nur aus Gründen der Sicherheit, aber nicht für einen Lärmschutz umgesetzt werden dürfe. Auf innerstädtischen Hauptverkehrsachsen soll generell Tempo 50 gelten. Gegen die vorgebrachten Argumente in der Initiative regte sich Widerstand, da die Argumente der Initiative bereits überholt sind bzw. als wiederlegt gelten.

Initiiert wurde der Widerstand von Andrin Widmer (Mitglied Expertengruppe Lärmschutz). Um seiner Stimme mehr Gewicht zu verleihen, hat er den svu|asep angefragt und es wurde ein gemeinsames Vorgehen beschlossen. Da der svu|asep sich nicht über politische Lobbyarbeit, sondern als Vertreter des Expertenwissens der Mitglieder versteht, wurde in Zusammenarbeit mit Matthias Gfeller und Olof Kühnholz aus dem Vorstand als Vorgehen ein gemeinsames Schreiben an die ständerätliche Verkehrskommission gewählt. Ziel war es, den Kommissionsmitgliedern zu dem Argumentarium in der Initiative Rutz, den im Gegensatz stehenden aktuellen Stand der Wissenschaft und das komplexe politische und gesetzliche Thema Umwelt komprimiert und verständlich näher zu bringen.

Zusätzlich wurde ein Netzwerk gegen die Initiative aufgebaut, indem andere Interessensgruppen (SIA, SGA, Städteverbund, Cecle Bruit, die Lärmliga, etc.) kontaktiert und zu einem gemeinsamen Vorgehen motiviert wurden. Insgesamt wurden so 5 Schreiben verfasst und auch die NZZ hat über das Thema berichtet.

Die ständerätliche Verkehrskommission hat mit 9 zu 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen gegen die parlamentarische Initiative von Rutz entschieden. Auch im Plenum des Ständerats erfuhr die Initiative keine Zustimmung und wurde abgelehnt. Der svu|asep freut sich, dass Tempo 30 als Errungenschaft im Lärmschutz weiter bestehen bleibt!

Für seinen Einsatz möchte der svu|asep Andrin Widmer nochmals danken und hofft, dass der Lärmschutz wieder vermehrt in der Öffentlichkeit thematisiert wird, wie z.B im gesendeten Beitrag des SRF "Kritik an Behörden - Lärmschutzziele werden massiv verfehlt" vom 04.06.2019.

Der svu|asep ist auf LinkedIN

LinkedIN ist ein webbasiertes soziales Netzwerk mit dem Ziel berufliche Kontakte über dem eigenen Unternehmen hinaus zu vernetzen. Die Social Media Plattform hat gut 500 Millionen MitgliederInnen weltweit, davon 2.6 Millionen in der Schweiz. Der svu|asep ist neu auf LinkedIN als Gruppe vertreten. Dabei können sich bestehende Verbandsmitglieder vernetzen und Interesserenten werden über diesen Kanal über die Tätigkeiten des svu|asep informiert.

Der svu|asep freut sich über Ihre Gruppenanfrage auf LinkedIN!

https://www.linkedin.com/groups/13717672/

Aus den Vernehmlassungen

Reduktion landwirtschaftlicher Tierbestände

Der svu|asep - Vorstand plädiert für eine Reduktion der landwirtschaftlichen Tierbestände in einzelnen Kantonen, um der Trinkwasser-Initiative besser entgegen zu kommen.

Im Zusammenhange mit unserer Stellungnahme zur Agrarpolitik des Bundes ab dem Jahre 2022 hat der Vorstand nicht nur gegenüber dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) einen vermehrten Gedanken-Austausch angeregt, sondern sich ebenso in Sachen Trinkwasserschutz positioniert:

Die Haltung des svu|asep ist derzeit, dass die Tierbestände in mehreren Kantonen wesentlich zu reduzieren sind, um einen valablen Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative ausarbeiten zu können.

In dieser Sachfrage hat der svu|asep den Kontakt zum SVGW (dem schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches) gesucht. Unsere Position konnte anlässlich einer Sitzung mit dem Leiter des Bereiches Wasser des SVGW (André Olschewski) und einigen Agrar-Experten des svu|asep diskutiert und letztlich so auch bestätigt werden.

Verstärktes Einbringen des svu|asep - Vorstand bei landwirtschaftsspezifischen Themen

Durch die Neuorganisation des Vernehmlassungswesens haben im svu|asep agrarpolitische und raumplanerische Themen an Gewicht gewonnen. Nicht zu Letzt, weil der svu|asep in den 80-er Jahren aus der Fusion des Schweizerischen Ökologenverbandes und der sia-Fachgruppe "Raumplanung und Umwelt" entstanden ist, hat der Vorstand beschlossen, seine Kontakte mit Bundesämtern über das BafU hinaus auszuweiten.

Aktuell stellten für den svu|asep die Revision des Sachplans Frucht-Folge-Flächen (FFF), die Boden­strategie des Bundes und vor allem auch die Agrarpolitik ab dem Jahre 2022 ein Bündel wichtiger Themen dar. Auch deshalb hat der Vorstand an das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) geschrieben, um künftig einen informellen (vor allem aber informativen) Austausch anzuregen.

Der svu|asep sucht Kontakte zu verwandten Organisationen, wie der Schweizerischen Bodenkundlichen Gesellschaft (BGS) oder dem SVGW (schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches). Der svu|asep hat dem BLW vorgeschlagen, den Gedankenaustausch mit dem Vorstand zu starten und ist froh, frühzeitig und direkt durch das BLW - evtl. auch gemeinsam mit BGS und SVGW - über die umweltrelevanten Agrar-Geschäfte informiert zu werden: insbesondere über angedachte Revisionen von Verordnungen und Gesetzen, sowie über Änderungen in der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen.

Spannendes aus dem Umweltbereich

Broschüre "Langsamverkehr entlang Gewässern"

Neu erschienen ist die Broschüre "Langsamverkehr entlang Gewässern", welche vom Bundesamt für Strassen in Zusammenarbeit mit den Schweizer Wanderwegen und SchweizMobil herausgegeben wurde. Sie stellt drei realisierte Beispiele vor, die zeigen, dass Langsamverkehr und Gewässerschutz einander helfen können, eine lebenswerte Landschaft zum Wohle der Fauna und Flora und des Menschen zu erhalten.

Download der Broschüre: https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/langsamverkehr/materialien.html

Hintermann&Weber-Forschungspreises für Natur- und Landschaftsschutz

Die Hintermann & Weber AG plant und realisiert seit 1983 erfolgreich Natur und Landschaftsschutz-projekte von lokaler, regionaler und nationaler Bedeutung. Der Forschungspreis wird seit 2003 vergeben. Prämiert wird mit insgesamt 5000 Fr. eine herausragende oder besonders praxisrelevante wissenschaftliche Leistung, die für den Natur- und Landschaftsschutz in Mitteleuropa von Bedeutung ist. Bewerbungsfrist ist der 15. August 2019.

http://www.hintermannweber.ch/forschungspreis/Allgemein