svu - Bulletin 1999/1

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Inhalt

 

Artikel

Öffentlichkeitsarbeit: Muss das sein?

Stefan Grass & Thomas Hofer, NDS Umweltwissenschaften Uni ZH

Das Schlagwort ÐÖffentlichkeitsarbeitð weckt bei vielen Umweltfachleuten gemischte Gefühle. Gedanken an Meinungsmache und Manipulation kommen auf. Im Informationszeitalter kommt man jedoch um eine gezielte Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit nicht herum. Denn es ist immer weniger so, dass gute Arbeit für sich selbst spricht ­ wer gute Arbeit leistet, muss dies auch bekannt geben. Schon einige einfache Leitsätze und Regeln können helfen, den eigenen öffentlichen Auftritt wirksam zu gestalten.

Ja, es muss sein...

Die gemischten Gefühle, die der Begriff ÐÖffentlichkeitsarbeitð bei vielen auslöst, haben oft damit zu tun, dass innere Widerstände gegen eine Selbstdarstellung, wie sie beispielsweise in der Werbung üblich ist, bestehen. Entsprechende Vorbehalte gegenüber Public Relations und Marketing ­ sowie die Abgrenzung der eigenen Facharbeit dazu ­ sind verständlich. Aber öffentliche Auftritte lassen sich letztlich nicht vermeiden: Denn jeder Brief, jede Visitenkarte, jedes Firmenschild, jedes Inserat, ja jedes Telefongespräch vermittelt ein Bild nach aussen. Es lohnt sich, dieses Bild nicht zufällig entstehen zu lassen, sondern gezielt Einfluss darauf zu nehmen ­ und genau das ist ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Weil mein Image bei Mitgliedern, AuftraggeberInnen oder KundInnen einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf meinen geschäftlichen Erfolg hat, ist Öffentlichkeitsarbeit genauso wichtig ­ und genauso grundlegend ­ wie etwa die Buchhaltung.

... und es ist erlernbar

Die Alltagserfahrung lehrt, dass Kommunikation mit und unter Menschen zu Missverständnissen führen kann. Vermeintlich sachliche Diskussionen sind in der Regel überlagert von verschiedenen Motiven und persönlichen Sorgen der Beteiligten. Weil sich die Öffentlichkeit letztlich aus einzelnen Menschen zusammensetzt und deren Reaktionen nicht vorhersehbar sind, ist Öffentlichkeitsarbeit immer eine komplexe und damit auch spannende Angelegenheit. Dennoch gibt es einige einfache Leitsätze und Regeln, die helfen, die eigene Arbeit und Organisation wirksam nach aussen darzustellen. In Interviews mit Deutschschweizer Persönlichkeiten, die sich beruflich mit Öffentlichkeitsarbeit befassen (zumeist für Umweltorganisationen), kristallisierte sich das folgende Grundprinzip heraus: Ob gross oder klein, jedem Öffentlichkeitsauftritt sollten konzeptionelle Überlegungen zugrunde liegen. Drei Fragen sind dabei von besonderer Bedeutung.


Frage 1: Welche Rolle übernehme ich?

«Um authentisch zu kommunizieren, muss ich wissen, wer ich bin», stellt Urs Frey, selbständiger Organisations- und Kommunikationsberater, fest. Leider fehlt bei vielen öffentlichen Auftritten die vorgängige Selbstreflexion darüber, wo man selber steht und ­ vor allem ­ wo man stehen will. Die Bestimmung der eigenen Position und Rolle, welche ich gegenüber der Öffentlichkeit einnehmen will, ist eine wichtige konzeptionelle Entscheidung. Sie ermöglicht es, meinem Anliegen oder meiner Organisation eine Identität zu verschaffen. Diese Positionierung erfolgt in der Regel in der Abgrenzung zu konkurrierenden Organisationen oder Unternehmen. Exemplarisch beantwortet die Positionierung folgende Frage: Worin unterscheidet sich mein Ökobüro von einem (oder den) anderen? Die einmal definierte Position wird nicht explizit in die Öffentlichkeit getragen. Unterschwellig jedoch sollte sie immer mitschwingen: Es gibt keinen öffentlichen Auftritt, der sich nicht mit meiner selbstgewählten Rolle vereinbaren lässt.

Frage 2: Welche Kommunikationsziele will ich erreichen?

In der Öffentlichkeitsarbeit ist das überlegte Auswählen und Formulieren von Hauptbotschaften besonders wichtig. Jöri Schwärzel, Geschäftsführer des Alpenbüros Ðjskð, sagt deshalb: «In einer Kampagne kannst du nicht mehr als vier Punkte vermitteln. Aber diese vier Punkte musst Du haben!» Damit ich die vier zentralen Punkte eruieren kann, muss ich mir zuerst darüber klar werden, was ich mit einem öffentlichen Auftritt überhaupt erreichen will ­ ich muss Kommunikationsziele festlegen. Diese müssen sorgfältig auf Wunschvorstellung, Glaubwürdigkeit und Machbarkeit abgestimmt werden. Kommunikationsziele lassen sich auf verschiedenen Ebenen ansiedeln: Es gibt Ober- und Unterziele. Und genau hier lauert eine Falle der Öffentlichkeitsarbeit. Wer der Versuchung nachgibt und letztlich nur Oberziele festlegt, lässt diese unweigerlich zu Papiertigern verkommen. Zumindest Unterziele müssen konkret formuliert sein, so dass sie ein Kind verstehen kann. Und sie müssen genügend Handlungsspielraum lassen, dürfen also die Umsetzungslösung nicht vorwegnehmen.

Frage 3: Welche Zielgruppe will ich ansprechen?

«Der Köder muss dem Fisch gefallen, nicht dem Angler!», bringt es Norbert Egli, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), auf den Punkt. Aus diesem Grund ist das Vertrautsein mit den Gewohnheiten und Ansprüchen des Fisches entscheidend für den Fangerfolg. Übertragen auf die Situation der Öffentlichkeitsarbeit ­ ein zugegebenermassen etwas despektierlicher Vergleich ­ heisst dies: Ich muss wissen, an welchen Teil der Öffentlichkeit ich mich wende. Und ich muss beim Formulieren der Kommunikationsziele und beim Festlegen der Hauptbotschaften dieses Zielpublikum vor dem inneren Auge haben. Jede sogenannte Zielgruppe spricht eine andere Sprache, und jede Zielgruppe verlangt ­ und verdient ­ ein Einfühlen in deren Sorgen und Rahmenbedingungen. Der bekannte Ausspruch von Gandhi, «Die Leute muss man da abholen, wo sie sind», heisst, sich so in die Situation der Zielgruppe hineinzuversetzen, dass ich verstehe, mit welchem persönlichen Nutzen sie bereit ist, auf mein Angebot einzusteigen. Auch die Verfasser dieses Artikels stellten sich eine Zielgruppe vor: Umweltfachleute mit eigenem Ökobüro, welche trotz innerer Vorbehalte spüren, dass sie nicht nur ihre Facharbeit, sondern auch ihr Unternehmen nach aussen darstellen und ­ nennen wir das Kind doch beim Namen ­ verkaufen müssen. Dieser Zielgruppe wird hier eine kleine Kostprobe von fundierten Grundsatzüberlegungen als Appetitanreger angeboten. Wer sich angesprochen fühlt, kann die Menükarte in Form einer vierfarbigen Broschüre (siehe unten) bestellen.

Fazit: Glaubwürdig sein und bleiben

Schon der Kirchenlehrer Augustinus stellte vor 1600 Jahren fest: «In dir muss brennen, was du im anderen entzünden willst!» Man hat dann die beste Aussicht, andere Menschen auf seine Anliegen und sein Angebot aufmerksam zu machen, wenn man in der Öffentlichkeitsarbeit jederzeit und kompromisslos ehrlich ist. Dies unterscheidet die authentische Selbstdarstellung von einer rein verkaufsorientierten Produkte-Werbung.

Neu ab April: «Das Nasengeschäft»

Unter diesem Titel erscheint eine Arbeitshilfe, welche Grundsatzüberlegungen, Arbeitsinstrumente, Checklisten und Praxistips im Hinblick auf eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für Umweltanliegen anbietet. Die von Stefan Grass, Monika Gruber, Thomas Hofer und Rolf Varis am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Zürich erarbeitete Broschüre wird vom VCS Schweiz herausgegeben. Bestelladresse: VCS-Dokumentation, Postfach, 3000 Bern 2, Tel. 031 328 82 00 (Fax -05), Preis Fr. 15.­.

Artikel

Die Expo.01 und ihre Risiken für die Umwelt: Anmerkungen zum Umweltcontrolling

Dr. Jean-Carlo Pedroli, Aquarius Neuenburg und Schnottwil

Die erste Landesausstellung des kommenden Jahrtausends findet vom 3. Mai bis zum 29. Oktober 2001 im Seengebiet von Biel, Murten und Neuenburg statt. Sie versteht sich als ein Fest der Imagination und fordert die aktive Beteiligung der Menschen innerhalb und ausserhalb dieses Landstrichs. Aussteller, Infrastruktur, Bewirtschaftung, Kommunikation und Sponsoring ­ alles steht unter dem Leitbild innovativer Ideen.
Man muss sich den Hintergrund in Erinnerung rufen: vom Gesamtbudget von 1.5 Milliarden Franken kommen 850 Millionen von privaten Beteiligten, 450 Millionen werden aus den Einnahmen (Eintrittsgelder, Konzessionen) bestritten, auf 200 Millionen beläuft sich der Beitrag der öffentlichen Gelder. Während die früheren Landesausstellungen hauptsächlich auf einer öffentlichen Finanzierung beruhten, ist also mit der Expo.01 zum ersten Mal dieser Anteil gering, die Hauptlast trägt der private Sektor. Das ist der Kontext, in dem sich die Expo.01 verpflichtet hat, die Veranstaltung ohne Defizit über die Bühne zu bringen! Die Expo.01 ist ein Ðbusinessð, bei dem die Anziehungskraft eine entscheidende Rolle spielen wird. Ein Mangel an Besuchern bzw. eine Überschätzung der Besucherzahlen (wie es dieses Jahr in Lissabon der Fall war) hätte schwerwiegende Konsequenzen für die Veranstalter.
Diese imaginäre und vorübergehende Welt wird sich unvermeidlichen Realitäten stellen müssen, die im Lauf der Monate mehr und mehr Gestalt annehmen. Zuerst geht es um Fristen, innerhalb derer dieses Fest realisiert werden muss, dann um finanzielle Mittel, um konstruktive Unterstützung, um Grundsätze und Verfahrensweisen bei der Verpflegung. Sehr schnell sind daher Konzept und Konstruktion dieser eigenen Welt mit Fragen der Umweltverträglichkeit konfrontiert; hier will die Expo.01, wie in anderen Bereichen auch, beispielhaft sein.
Man muss bedenken, dass die Veranstalter als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen sind und ihre Idee dann erst mit einer Machbarkeitsstudie, vor allem einem UVB, konsolidiert haben. Heute steht die Realisierung bevor; im April 1999 wird das Projekt in seinen Hauptzügen bekannt gemacht, die folgenden Monate dienen dann dazu, das Ganze umzusetzen, zu verwerten und abzubauen. In all diesen Phasen hat sich die Expo.01 in puncto Umwelt ehrgeizige Ziele gesetzt. Diese haben zweifellos dazu beigetragen, das Unternehmen als zuverlässig einzustufen. Dieser Vertrauenskredit muss jedoch täglich überprüft und neu in Frage gestellt werden.

Welches sind die hauptsächlichen Umweltrisiken?

Transport der Besucher

10.5 Millionen Personen sollen die Expo.01 besuchen. Der Transport dieser Menschenmassen von ihrem Wohnsitz zum Veranstaltungsort und innerhalb der Region der drei Seen mit ihren verschiedenen ÐArteplagesð stellt die weitaus grösste Umweltbelastung dar. Selbst wenn die Kalkulation der Veranstalter aufgeht und 60% mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 40% mit Privatfahrzeugen anreisen, macht dies in der Ökobilanz 56% der gesamten Belastungen aus. Diese Werte sind sehr hoch angesetzt: üblicherweise werden in der Schweiz für Freizeitaktivitäten 20% öffentliche und 80% private Verkehrsmittel benutzt. Bei der Landesausstellung in Lausanne 1964 betrug das Verhältnis von benutzten öffentlichen zu privaten Verkehrsmitteln 25% zu 75%.

Materialien

Selbst eine imaginäre Welt braucht grosse Mengen an Baumaterial. Es wird von 400000 Tonnen ausgegangen, und daraus resultieren beträchtliche Umweltbelastungen. Die Veranstalter haben sich dazu verpflichtet, diese Belastung auf ein Minimum zu reduzieren, in dem sie sich für das ÐPrecyclingð-Prinzip einsetzen. Dementsprechend ist vorgesehen, die schweren Strukturen mit später grossem Recycling-Bedarf nicht zu kaufen, sondern für die Dauer der Veranstaltung zu mieten. So dürfte die Wiederverwendung dieser Bestandteile noch vor Beginn der Expo.01 bekannt sein. In der Ökobilanz macht dieser Sektor 13% der Umweltbelastung aus.

Verpflegung

Die Verpflegung vor Ort rangiert mit 8% an dritter Stelle der Umweltbelastung der Expo.01. Hier spielen vor allem der Energieverbrauch sowie die Behandlung der Abfälle und Abwässer eine entscheidende Rolle. Auch in diesem Bereich sind die Veranstalter eine Reihe von beispielhaften Verpflichtungen eingegangen ­ insbesondere in Bezug auf möglichst geringen Energieverbrauch und möglichst kleine Abfallmengen, die entsorgt werden müssen.

Wird die Expo.01 ihren Umweltverpflichtungen nachkommen?

Sind das nicht alles nur hochgegriffene Versprechungen? Jeder für Umweltfragen sensible Mensch hat zweifellos das Recht, sich diese Frage zu stellen. Der Wille, den Verpflichtungen nachzukommen, ist vorhanden, doch der Ablauf der Veranstaltung ist ­ auch wenn er allmählich Gestalt annimmt ­ noch ungewiss.

Funktionsweise

Seit dem 1. Januar 1998 haben die Veranstalter einen Ðinternenð Umweltdienst eingerichtet (die Fachstelle Umwelt, siehe SVU-Bulletin 3/98), dessen Aufgabe es ist, das UMS (Umweltmanagementsystem) zu steuern und in Sachen Umwelt allen Projekten mit logistischen Ratschlägen zur Seite zu stehen. Ebenso wurde ein Umweltcontrolling vorgesehen, das die Aufgabe hat, unabhängig und von aussen zu überprüfen, ob die Umweltleistung der Veranstaltung den eingegangenen Verpflichtungen (die beim Wettbewerb schliesslich entscheidend waren) entspricht. Der vorliegende Artikel will unter anderem die Rolle des Umweltcontrolling vorstellen und eine erste Bilanz ziehen.

Die Rolle des Umweltcontrolling

Es handelt sich dabei um eine Einrichtung, die zwar von der Expo.01 bezahlt wird, aber völlig unabhängig von den Veranstaltern agiert und Nachforschungen anstellt. Sie bildet im Umweltbereich das Pendant zu dem auf der finanziellen Ebene wohlbekannten Revisionsorgan z.B. einer Aktiengesellschaft. Für grosse Projekte gibt es bereits ein Umweltcontrolling, für zeitlich begrenzte Veranstaltungen ist es ein Novum.
Im Rahmen der Expo.01 hat das Umweltcontrolling die Aufgabe, auf der Grundlage der eingegangenen Verpflichtungen die Veranstalter regelmässig über die Entwicklung der Umweltbilanz des Projekts zu informieren und dazu periodisch einen öffentlichen Bericht herauszugeben. Der erste Rapport dieser Art wurde am 1. Oktober 1998 publiziert (im Internet: www.expo2001.ch unter der Rubrik Ðen un coup d'oeilð). Sehr schnell erkannte man jedoch, dass diese Vorgehensweise nicht befriedigend sein kann, da sie das Umweltcontrolling auf die Stufe eines ÐBeobachters im Hintergrundð verweist, der sich damit begnügen muss, von Empfehlungen begleitete Beurteilungen periodisch herauszugeben. Aus diesem Grund wurde zu einer Ðoffensiverenð Handlungsweise gewechselt. Im Sinne einer Ðkonstruktiven Präventionð wird nun permanent bei den verschiedenen Veranstaltern und Verantwortlichen interveniert; man macht sie auf Umwelt-Defizite und -Verbesserungspotentiale aufmerksam.

Die praktische Umsetzung der Verpflichtungen und die Reaktionen der Veranstalter ­ eine erste Bilanz

Die erste Analyse des Umweltcontrolling wurde im Mai 1998 der Generaldirektion der Expo.01 zugestellt. Trotz den vorab getroffenen Präventivmassnahmen sind offensichtliche Defizite festgestellt worden. Der Bericht bewirkte bei einigen Veranstaltern die notwendigen Korrekturen. Die zweite Intervention, diesmal öffentlich, war der am 1. Oktober erschienene, jedermann zugängliche erste Rapport. Er ist eindeutig: In Bezug auf die eingegangenen Verpflichtungen handelten die Veranstalter in vielen Bereichen in befriedigender Weise; andere Bereiche, vor allem der Umgang mit Energie und Abfällen, wiesen beträchtliche Mängel auf. Dieser Rapport löste bei den Veranstaltern der Expo.01 einen Schock aus, der Wirkung zeigte. So wurde zum Beispiel sofort auf externe Instanzen zurückgegriffen, um die angemahnten Bereiche (insbesondere Energie und Abfall) zu verbessern. Insgesamt scheint der von den Veranstaltern gewünschte Einfluss des Umweltcontrolling vorläufig zu funktionieren. Wichtig ist aber auch, die konsequente Durchführung des Umweltcontrolling bis zum Ende der Veranstaltung (Abbau und Rückbau der Gelände inbegriffen) durchzuhalten.

Der Inhalt

Auch wenn Ökobilanz und Umweltbelastungen thematisch in der Landesausstellung keine bestimmende Rolle spielen, schien es dem Umweltcontrolling wichtig, dieser Frage genauer nachzugehen. Tatsächlich müsste das Umweltthema ­ gemäss den von den Veranstaltern eingegangenen Verpflichtungen ­ besonders präsent sein. Ohne auf Detailfragen einzugehen, war es der Wunsch des Strategiekomitees und der Veranstalter, dass jedes Projekt der Überprüfung einer unabhängigen Jury unterzogen würde. Das Umweltcontrolling hatte nicht die Aufgabe, die Jury zu ersetzen, überprüfte aber die zurückgehaltenen Projekte und teilte der Generaldirektion umweltrelevante Kriterien mit. Vermutlich folgten mehrere SVU-Mitglieder dem Aufruf zur Teilnahme an der Landesausstellung, ihre Projekte wurden aber zurückgewiesen; daher schien es uns sinnvoll, einige Erklärungen über inhaltliche Beuteilungskriterien abzugeben. Als solches wählten wir den Schutz der natürlichen Milieus; unser Vorschlag war absichtlich etwas provokativ!
Rufen wir uns in Erinnerung, dass die Expo.01 ein Business ist und nicht mit einem Defizit abschliessen darf. Deshalb muss sie auf ihren vier Arteplages besonders attraktiv sein, um den Besucher Ðgefangenð zunehmen. Jeder unzufriedene Besucher, der das Gebiet der Landesausstellung vorzeitig verlässt, verursacht zwei Konsequenzen:

Bei der Überprüfung der verschiedenen Projekte waren die Mobilität und deren Modalität ein grundsätzliches Kriterium der Jury. Logischerweise wurden alle Projekte, die sich auf Veranstaltungen ausserhalb des Ausstellungsgeländes bezogen, abgewiesen.
Für die Kampagne, an der Ausstellung teilzunehmen, war die Konsequenz ­ soweit es das Thema Naturschutz betraf ­ somit klar: Abweisung fast aller Projekte, denn keines von ihnen ging dieses Thema in einer ausreichend attraktiven Weise für die Arteplages an.
Und auch das ist eine Aufgabe des Umweltcontrolling, die künstlerischen Direktion auf solche Defizite hinzuweisen.
[ms]

SVU

Aktivitäten des Arbeitskreises ökologischer Ausgleich (AKöA)

Im Rahmen der Vernehmlassung zur neuen Landwirtschaftsgesetzgebung hat der AKöA eine Stellungnahme eingereicht. Das neue Landwirtschaftsgesetz (LwG) vom 29. April 1998 und eine ganze Serie von neuen Verordnungen sind seit dem 1. Januar 1999 in Kraft. Bei der für uns interessantesten Direktzahlungsverordnung (Bestimmungen und Beiträge für ökologische Ausgleichsflächen) haben sich gegenüber dem Vernehmlassungsentwurf noch einmal Änderungen ergeben. Wir werden darüber an der nächsten AKöA-Plenumsversammlung vom 24. März 1999 informieren und diskutieren.
Zurzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe intensiv am Projektentwurf ÐLEK-Standard des SVUð. Es geht darum, für Landschaftsentwicklungskonzepte (LEK) einen aktuellen und sachgerechten Standard nach den Vorstellungen des SVU zu definieren. Entsprechende Kontakte zu weiteren ÐAktorenð im Bereich LEK haben bereits stattgefunden. Der AKöA ist ausserdem dabei, unter dem Stichwort ÐAktornetz Ökologischer Ausgleichð eine Übersicht über Aktoren und Projekte im Bereich des öA zu erstellen.
Nächstes Plenumstreffen des AKöA:

 Datum Mittwoch, 24. März 1999, 9:30 ­ ca. 16:30 Uhr
 Ort ETH Zürich, Hauptgebäude, Raum F 33.5
 Themen Was bringt die neue Direktzahlungsverordnung für den ökologischen Ausgleich?
o Stand des Projekts ÐLEK-Standard des SVUð
o Vorstellung von zwei laufenden Projekten aus dem Bereich öA

Detailprogramm ab 1. März 1999 erhältlich bei: Hans Balmer, Institut für Kulturtechnik, ETH Hönggerberg, 8093 Zürich, Tel. 01 633 30 08 (02), Fax 01 633 10 84, e-mail: balmer@ifk.baum.ethz.ch
Activités du cercle de travail compensation écologique (CTCE)

Publikationshinweise

l Naturnahe Gestaltung von Abwasseranlagen
Herausgegeben vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute und dem Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen

Viele Abwasseranlagen (Kläranlagen, Regenbecken, Geschiebesammler, Pumpstationen etc.) liegen in landschaftlich attraktiven Räumen, häufig in Erholungsgebieten naher Siedlungen und sie befinden sich oft in unmittelbarer Nähe zu einem Fliessgewässer. In diesem Umfeld haben naturnah gestaltete und gepflegte Flächen und Bauwerke eine grosse Wirkung auf Landschaft, Flora und Fauna.
Die Wegleitung macht anhand praktischer Beispiele die besondere Bedeutung von abwassertechnischen Anlagen und ihrer Umgebungsflächen als Lebensräume deutlich. Es wird aufgezeigt, wie vorzugehen ist und welche Massnahmen getroffen werden können, um bei Planung, Bau und Unterhalt von Abwasseranlagen einen Beitrag an eine vielfältige Umwelt zu leisten.
Die Publikation richtet sich an Kantons- und Gemeindebehörden, Abwasserverbände, Betriebspersonal und mit der Anlagenplanung befasste Fachleute.

1998, Deutsch und Französisch, 31 Seiten, Format A4, 4-farbig, Preis: Fr. 50.­.
Zu bestellen bei: VSA Sekretariat, Strassburgstr. 10, Postfach, 8026 Zürich oder BSLA Sekretariat, Rue du Doubs 32, 2300 La Chaux-de-Fonds.

 

l Zustand und Nutzung der Gewässer im Kt. St. Gallen
Herausgegeben vom Amt für Umweltschutz des Kt. St. Gallen

«Im Kanton St. Gallen werden von verschiedenen Amtsstellen gewässerrelevante Daten erhoben. Die meisten dieser Daten wurden bisher jeweils isoliert für spezifische Anwendungen oder Berichte ausgewertet und zusammengefasst. Der vorliegende Atlas versucht nun erstmals, einen gesamtheitlichen Überblick über den Zustand und die Nutzung der Gewässer im Kanton St. Gallen zu geben und die wichtigen Informationen aus den verschiedenen gewässerorientierten Tätigkeiten kantonaler Stellen in einem Werk zusammenzuziehen. Der Atlas, der unter der Federführung des Amtes für Umweltschutz entstand, soll neben Behörden, Politikern, Gemeinden und Ingenieurbüros vor allem auch interessierte Privatpersonen über die Situation der St. Galler Gewässer informieren.»[aus Prospekt]
Aus dem Inhaltsverzeichnis: Wasserqualität, Seeufer, Wassermengen, chem. Zustand, biolog. Zustand, Gewässerform, Grundwasserstände, Grundwassergüte, Fischerei, Naturschutz, Naturbäder, Abwasserreinigung (Ausbaustand und Qualität), Wasserkraftnutzung, Trinkwasser.

1998, 60 Seiten, Format A3 (!), mehr-farbig, 18 themat. Karten, Preis: Fr. 48.­.
Zu bestellen bei: Amt für Umweltschutz des Kt. SG, Linsebühlstr. 91, 9001 St. Gallen, e-mail: info@bd-afu.sg.ch.

 

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Projekte erfolgreich abwickeln ­ Arbeitshilfen für den Natur- und Landschaftsschutz
Herausgeber: Fachstellen Naturschutz der Kantone Aargau und Zürich sowie BUWAL, Abteilung Naturschutz

«Das Handbuch will dazu beitragen, dass Projekte möglichst sachgerecht und konfliktarm bearbeitet werden. ... Das Handbuch ist als Ordner mit acht Teilen konzipiert. Die Ausführungen in Teil 1 dienen der Orientierung innerhalb des Handbuches. Teil 2 befasst sich in grundsätzlicher Weise mit den Prinzipien des Vorgehens und dem Problemlösungsprozess. Die Teile 3 bis 7 bilden das inhaltliche Kernstück. Sie enthalten die Arbeitshilfen zu einzelnen Bereichen des Problemlösungsprozesses. In Form von kommentierten Checklisten bieten sie Unterstützung bei der Lösung von Problemen, die im Rahmen von Projektabwicklungen immer wieder auftreten. Die Arbeitshilfen werden durch den Anhang in Teil 8 abgerundet. Dieser enthält u.a. eine Sammlung von vorgefertigten Formularen, die in der Projektarbeit eingesetzt werden können.» [aus Prospekt]
1997, A4-Ordner, zweifarbig gedruckt, ISBN 3-905222-82-5, Preis: Fr. 98.­.
Zu bestellen bei: RegioPrint AG, Bahnhofstr. 4, Postfach, 9471 Buchs.

 

Le Sol vivant
Jean-Michel Gobat, Michel Aragno & Willy Matthey

«La science des sols intègre de plus en plus l'action des organismes vivants à son champ d'activité. Les rôles irremplaçables de la racine, des bactéries, des champignons et des animaux dans la formation, l'évolution et le fonctionnement des sols sont de mieux en mieux connus. Tout en apportant les bases nécessaires de pédologie générale, cet ouvrage met l'accent sur la diversité des aspects biologiques du sol, à différents niveaux d'organisation des écosystèmes: molécules organiques, microorganismes, rhizosphère, populations et communautés microbiennes et animales, relations sol­ végétation. Il est organisé en deux parties: la première, à la lecture linéaire, fournit les connaissances essentielles de pédologie générale. La seconde, à lecture modulaire, traite de sujets variés de biologie des sols, se rattachant tant à la pédologie fondamentale qu'appliquée.
Ce livre constitue à la fois un manuel et un ouvrage de référence qui intéressera un large public d'étudiants, d'enseignants, de chercheurs et de practiciens.» [selon l'info de la maison d'édition]
1998, 550 pages, broché, ISBN 2-88074-367-2, Prix: Fr. 90.­.
Presses Polytechniques et Universitaires Romandes, EPFL - Centre midi,
1015 Lausanne

Vorankündigung SVU

Mitgliederversammlung SVU 1999
Freitag, 16. April 1999, Hotel Schweizerhof, Bern
Wir bitte die Mitglieder, dieses Datum zu reservieren!

Tagungen, Kurse

. Ort / Lieu Titel / Titre Organisation Kontakt .
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März / Mars . . . . .
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2­5 Leipzig TerraTec ­ Int. Fachmesse für Umwelttechnik und Energie Leipziger Messe e-mail: pr@leipziger-messe.de . . .
3+17 EMPA SG Produkt- und Betriebsökobilanzen öbu, EMPA Tel. 071 274 74 41
3 WSL, Birmensdorf Biosphärenpark Ballungsraum WSL Tel. 01 739 21 11
4 Solothurn Zertifiziert! ­ Und nun? Zwei Fallbeispiele unter der Lupe FGW/GSF, CRIFOR Tel. 031 381 89 45
10 Uni Bern, Engehalde Verkehrsmanagement in Ferienorten Uni Bern/FIF Tel. 031 631 37 11
10­12 Fribourg Instrumente des vernetzten Denkens Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
35043 Uni Neuchâtel Analyse numérique des données spatiales dans les sciences de lÕenvironnement Uni NE Tel. 032 718 28 45 .
35043 Männedorf Lokale Agenda 21 ­ für Gemeinden Boldern, Langenbruck Tel. 062 387 31 11
12 Biel Qualitätssicherung Landschaft ausserhalb des Baugebietes sanu Tél. 032 322 14 33
. . Garantir un paysage de qualité en dehors des zones à bâtir . . .
12 Schloss Wartensee Medienarbeit mit Anita Dörler ­ Praxisseminar Umgang mit Medien Verein Wartensee Tel. 071 311 86 10
16 Chur PCB ­ International Congress ETI Tel. 081 253 54 54
27 Olten Mitwirkung in der forstlichen Planung: Erfahrungen und Folgerungen Pro Natura Tel. 061 317 91 91
27 Uni ZH HS 180 Karriere von Akademikerinnen ­ Bedeutung des Mentoring für Nachwuchsförd. VFWS Tél. 026 424 53 59
. . . . . .
. April / Avril . . . .
. . . . . .
9 Uni Lausanne Droit des déchêts ­ problèmes juridiques actuels VUR/ADE Tel. 01 241 76 91
10+24 Wädenswil Ökologische Wassernutzung im Bau Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
40147 Fribourg Risiko ­ Konzepte. Kontroversen, Kommunikation. Eine Einführung. Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
14/15, 27/28 Lausanne Formation de responsable environnemental en entreprise sanu, VSM Tél. 01 384 48 44 .
16 Bern Mitgliederversammlung des SVU SVU Tel. 031 311 03 02
16/17+30 Zürich Emissionsarme Elektroinstallationen Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40 .
22 Fribourg Gestion des déchets et écologie au bureau Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
23/24 Bern Konsumpädagogik ­ Weiterbildungskurs (Anmeldung bis 15.3.99) WWF Bildungsstelle Tel. 031 312 12 62
23/24 Zürich Allergenarm Bauen Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
24.4.+5.­7.5. Wallisellen Bauen mit Lehm ­ Kurs II (4 Tage) Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
27 ETH Zürich Ist unser Trinkwasser in Gefahr? ­ Qualitätssicherung bei der Wasserversorg. VGL Tel. 01 267 44 11
30 Fribourg EU-Umweltpolitik und mitgliedstaatliche Handlungsspielräume Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
. . Politique de lÕenvironnement ­ la marge de manoevre des Etats membre dans lÕUE . . .
. . . . . .
. Mai / Mai . . . .
. . . . . .
34885 Zug Innovationen für den Regionalverkehr des nächsten Jahrtausends (Kongress) SBB u. weitere Tel. 041 726 00 50
34917 Bern Naturerlebnispädagogik ­ Weiterbildungskurs (Anmeldung bis 30.3.99) WWF Bildungsstelle Tel. 031 312 12 62
7+21 FHBB Muttenz Wärmetechnische Gebäudesanierungen Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
15 Bern IG Lehm-Exkursion in Bern IG Lehm Tel. 031 302 81 60
. . . . . .
. Juni / Juin . . . .
. . . . . .
1­3 Uni Bern Wald-, Naturschutz- und Gewässerschutzrecht I ­ Einf. f. NichtjuristInnen Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
44503 FHBB Muttenz Passive Sonnenenergienutzung Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
9 Solothurn Das neue Gewässerschutzrecht ­ Verursacherprinz. & Finanzierung Abwasserbes. VUR/ADE Tel. 01 241 76 91 .
9 Olten Wald im Landschaftsbild ­ eine ÐGratwanderungð FGW/GSF, CRIFOR Tel. 031 381 89 45
9­11 Fribourg Landwirtschaftl. Ökologie und das neue Agrarumfeld Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42
18/19 Luzern Bedarfsgerechte Wohnungslüftung Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40
24 Biel Erneuerbare Energie ­ ein zukunftsfähiges Waldprodukt FGW/GSF, CRIFOR Tel. 031 381 89 45
28/29 Bern Nachhaltige Entwicklung ­ Konzepte und Umsetzung Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42

Impressum
Das Bulletin des Schweizerischen Verbandes der Umweltfachleute (SVU) erscheint 6 mal jährlich in deutscher und französischer Sprache.
Druckauflage: 1000

Internet: http://www.ambios.ch/svu

Hauptredaktion
Dr. Gabi Gerlach, Dr. Andreas Bally, BiCon AG - Institut für angewandte Umweltwissenschaften, Bodanstr. 19, 8280 Kreuzlingen
Tel. 071 672 28 68
Fax. 071 672 28 69
email: bicon@access.ch

Rédactrice pour la Suisse romande et le Tessin:
Dr. Catherine Strehler,
biol conseils s.a., Serre 5,
2000 Neuchâtel
Tél 032 725 50 24
Fax 032 725 52 90
e-mail: biolconseils@access.ch

Übersetzungen:
Markus X. Schmid [ms],
Daniela Periama [dp]

Secrétariat central de l'ASEP:
Silvia Müller, Brunngasse 60, 3011 Bern Tel 031 311 03 02
Fax 031 312 38 01
e-mail: svu@thenet.ch