svu - Bulletin 1999/4

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Inhalt

Forum Biodiversität Schweiz


Brücken schlagen zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit

Dr. Daniela Pauli, Forum Biodiversität Schweiz, SANW, Bern

Die Schweizer Forschenden im Bereich Biodiversität sollen national und international besser vernetzt, Forschung und Praxis einander nähergebracht und neue Erkenntnisse aus der Forschung an die Öffentlichkeit vermittelt werden ­ dies sind die drei Hauptziele des neu gegründeten «Forums Biodiversität Schweiz».

Seit Jahren kritisieren sich Praxis und Forschung gegenseitig: Naturschützerinnen und Naturschützer hätten von Seite der Wissenschaft gerne Ðgriffige Aussagenð, damit sie konkrete Massnahmen zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt ausarbeiten können. Forschende andererseits wissen in der Regel nicht, welches die relevanten Fragen der Praxisseite sind ­ und überlegen sich ihre Aussagen so Ðsorgfältigð, dass sie oft genug ganz ausbleiben.
Die komplexen Fragen zu den Eigenschaften, zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der Biodiversität lassen sich nur durch die Zusammenarbeit aller Disziplinen lösen. Das ist allen klar. Dennoch sind sogar die Forschenden untereinander nur ungenügend vernetzt. Ein nationales Forum für Biodiversität, bei dem alle Fäden aus Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zusammenlaufen, soll dem nun abhelfen.

IP Biodiversität als erster wichtiger Schritt

Ein Schritt in diese Richtung war das vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Integrierte Projekt (IP) Biodiversität innerhalb des Schwerpunktprogramms Umwelt mit seinem multidisziplinären Ansatz. Die hier lancierten Forschungsprojekte enstanden in Zusammenarbeit mit der Praxis. Workshops und Diskussionsnachmittage boten Gelegenheit für direkten Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschafterinnen aller Disziplinen und Praktikern. Das IP Biodiversität läuft demnächst aus. Das Bedürfnis, die geknüpften Kontakt- und Informationsnetze zu pflegen und weiter auszubauen, besteht aber klar.
Dem IP Biodiversität steht das von den Universitäten Zürich und Basel gemeinsam getragene Management and Coordination Office MCO Biodiversity bei. Es hat den Auftrag, die Aktivitäten der Forschenden zu koordinieren und den Informationsfluss zwischen den Forschenden und der Öffentlichkeit zu garantieren, mittels Tagungen und Workshops beispielsweise, aber auch über e-Mail und einen eigenen Newsletter.
Das MCO hat zudem wichtige Kontakte aufgebaut. So entstand eine umfangreiche Fachkartei mit Personen aus Wissenschaft und Anwendung. Diese Kontakte und die im MCO gemachten Erfahrungen sollen ins neue Forum Biodiversität Schweiz eingehen. Sylvia Martínez, die Leiterin des MCO, war als Projektleiterin massgeblich an der Ausarbeitung des Projekts für das neue Forum beteiligt und wird auch an dessen Aufbau mitarbeiten. Während das MCO aber vor allem für die Koordination der Forschenden aus den 16 Projekten des IP Biodiversität besorgt ist ­ und die sind alle in der Deutschschweiz angesiedelt ­ soll sich das neue Forum Biodiversität Schweiz gesamtschweizerisch abstützen.

Von der Idee zur Realisierung

Die Biodiversitätskonvention von Rio de Janeiro, welche die Schweiz 1994 ratifizierte, rief in den beteiligten Ländern eine Vielzahl von Aktivitäten und Forschungsprojekten ins Leben. Es ist schwierig geworden, die Übersicht über alle Projekte zu behalten. Um die internationale Koordination der Biodiversitätsforschung bemüht sich das unter anderem von UNESCO und ICSU (International Council for Science) eigens zu diesem Zweck ins Leben gerufene Programm Diversitas mit Sitz in Paris. Damit Diversitas seine Aufgabe wahrnehmen kann, ist sie auf nationale Biodiversitäts-Komitees angewiesen, die über die im Land laufenden Projekte Bescheid wissen.
Diversitas fragte dafür 1997 die Schweizerische Akademie für Naturwissenschaften (SANW) an, welche ihre Biologie-Kommission SKOB damit beauftragte. Die in der SKOB schon länger gehegte Idee eines national abgestützten Forums für biologische Vielfalt nahm damit konkretere Form an. In Zusammenarbeit mit externen Fachleuten aus Verwaltung und Praxis entstand ein detaillierter Projektbeschrieb für ein «Nationales Forum Biodiversität», der im Herbst 1998 in eine breite Vernehmlassung geschickt wurde. Noch war allerdings unklar, bei welcher Organisation das Forum anzusiedeln sei.
Als Trägerin für eine national abgestützte Informationsplattform bot sich schliesslich die SANW an. Hier laufen nämlich die Fäden aller naturwissenschaftlichen Fachrichtungen zusammen, und alle Regionen, Sprachen und Institutionen der Schweiz sind vertreten. Zudem verfügt die SANW beispielsweise mit ÐProClim-ð (The Swiss Forum for Climate and Global Change) oder dem ÐGeoforumð (Informationsdrehscheibe der Geowissenschaften) bereits über einige Erfahrung mit dem Forums-Modell.

Start im Mai 1999

Im Februar 1999 legte die Arbeitsgruppe Biodiversität der SKOB den offiziellen Antrag zur Schaffung eines «Nationalen Forums Biodiversität» dem Zentralvorstand der SANW vor. Dieser hat Ende März dem Antrag zugestimmt und den Bertrieb einer dreijährigen Pilotphase bewilligt. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), das MCO und die Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) finanzieren das Forum mit. Alle diese Organisationen haben Einsitz in der vom Zentralvorstand eingesetzten Arbeitsgruppe, in der 21 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft sowie der Praxis einen Arbeitsplan für die Pilotphase erarbeiten. Präsident der Arbeitsgruppe ist Prof. Bernhard Schmid, Direktor des Instituts für Umweltwissenschaften der Universität Zürich. Die zugehörige 50%-Geschäftsstelle befindet sich in den Räumlichkeiten der SANW in Bern.
Noch liegt das Schwergewicht innerhalb der Arbeitsgruppe auf der Seite der Forschung. Dies ist auch wichtig, damit wir die Akzeptanz auf dem internationalen Parkett der Wissenschaft schaffen können und das Forum als kompetente Partnerin in Forschungsfragen zur Biodiversität wahrgenommen wird. Es ist uns aber ein grosses Anliegen, in Zukunft eng mit der Praxis zusammenzuarbeiten. Bereits jetzt in der Aufbauphase achten wir darauf, unsere Aktivitäten eng mit den bereits bestehenden und geplanten praxisorientierten Programmen abzustimmen.

Enge Zusammenarbeit mit anderen Informations-Drehscheiben

Nicht alle Forschung im Bereich Biodiversität ist für die Praxis relevant. Umgekehrt haben nicht alle Fragen der Naturschutzpraxis mit Biodiversität zu tun. Es erscheint deshalb sinnvoll, wenn sich Forschung und Praxis je auf ihre Stärken konzentrieren und darauf aufbauend ihre eigenen Netzwerke gründen. Auf der Praxisseite geschieht dies mit der von BUWAL und KBNL (Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz) gemeinsam geplanten Plattform «Praxis-Forschung Natur- und Landschaft». Auch die WSL in Birmensdorf bemüht sich um den Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis in Bezug auf eine nachhaltige Nutzung der Landschaft und baut zu diesem Zweck den Dienst ÐWissenstransfer und Beratungð auf.
Es gilt nun, die enge Zusammenarbeit zwischen diesen Informationsplattformen von allem Anfang an einzuplanen. Die jeweiligen Datenbanken müssen verknüpft sein, die Geschäftsstellen in engem Kontakt stehen. Diese Kooperation ist bereits angelaufen: erste Gespräche haben stattgefunden. Neben bilateralen Kontakten sind aber auch gemeinsame Diskussionsrunden, Tagungen und Workshops zu ausgewählten Themen ein absolutes Muss. Überdies besteht mit dem beim BUWAL angesiedelten Clearing House Mechanism CHM ein gemeinsames Dach für alle Biodiversitäts-Aktivitäten innerhalb der Schweiz. Der CHM ist dafür zuständig, dass die Schweiz die Biodiversitätskonvention umsetzt und hat den Auftrag, die technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit andern Vertragsstaaten zu koordinieren.

Was läuft, was ist geplant?

Nach dem Start im Mai 1999 hat die Umweltwissenschafterin Dr. Daniela Pauli die Geschäftsstelle in den Räumlichkeiten der SANW in Bern eingerichtet. In den nächsten Monaten geht es vor allem darum, eine umfangreiche Datenbank der schweizerischen Forschungsprojekte im Bereich Biodiversität aufzubauen ­ und zwar nicht nur aus den Naturwissenschaften, sondern auch den Sozial- und Geisteswissenschaften, der Ökonomie und der Medizin. Dazu gehören aber auch die ÐHorteð noch vorhandener und bereits verschwundener biologischer Vielfalt: die zahlreichen Sammlungen, Herbarien, Museen, botanischen und zoologische Gärten. Die Datenbank des Forums wird auf dem Internet verfübar sein, und Projektleitende können Neueingaben oder Änderungen hier direkt auf den neuesten Stand bringen.
In einem nächsten Schritt wird das Forum Biodiversität Schweiz geeignete Instrumente schaffen, um aktuelle Forschungsergebnisse an die Praxis und die Öffentlichkeit zu vermitteln. Umgekehrt sind wir darauf angewiesen, dass uns Akteurinnen und Akteure aus der Praxis bestehende und neu auftauchende Fragen aus dem Bereich Biodiversität direkt und unbürokratisch überweisen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Forum Biodiversität Schweiz, SANW, Bärenplatz 2, 3011 Bern, Tel. 031 312 02 75, e-mail: biodiversity@sanw.unibe.ch, http://www.biodiversity.unibe.ch.

Green Office

Ein Ökolabel für die Administrations- und Dienstleistungsbetriebe

Andrea von Maltitz, Vizepräsidentin Green Office, Solothurn

Eine umweltgerechte Warenherstellung ist für viele produzierenden Betriebe zu einem Verkaufsargument geworden. Dank der ISO-Norm 14001 oder der EMAS-Norm können die Anstrengungen überprüft und dann mit einem Gütesiegel gegen aussen kenntlich gemacht werden. Im Bürobereich hingegen existieren bisher nur erst Produktelabels wie der deutsche ÐBlaue Engelð für Recyclingpapier, der nordische ÐSchwanð für bestimmte Büromaterialien, die schwedischen TCO-Normen für strahlungsarme Bildschirme oder das Schweizer Energielabel für im Verbrauch sparsame Apparate. Ein Verfahren wie bei den Produktionsbetrieben, das die Prozesse im gesamtem Betrieb auf ihre Umweltgerechtigkeit überprüft, fehlte aber bisher. Diese Lücke will die seit letztem Jahr aktive Vereinigung ÐGreen Officeð mit dem gleichnamigen Ökolabel abdecken. Ein solches Label ist nicht nur für die Schweiz eine Neuheit, sondern gesamteuropäisch einmalig.

Das Ökolabel ÐGreen Officeð befasst sich mit der Bewirtschaftung der verschiedenen im Büro verwendeten Ressourcen und den möglichen Verbesserungen der Umweltleistungen der Dienstleister. Methodisch beruht das Verfahren auf einer systematischen Beurteilung der Umweltleistungen anhand von hundert Fragen aus den Hauptbereichen der Büroökologie (Betriebsleitung, EDV-Park, Energie, Stoffluss und Abfälle).

Durchleuchtet werden bei der Unternehmensleitung:
o Integration der Umwelt ins Gesamtmanagement (Leitbild, Weiterbildung der Angestellten, Pflichtenheft des/der Umweltbeauftragten)
o Hygiene und Sicherheit (Unfall- und Brandverhütung, gesunde Ernährung, Putzmittel, Nichtraucherzonen)
o Wasser (Menge und Qualität beim Wasserverbrauch, Sparvorrichtungen)
o Transport (Parkplatzbewirtschaftung, finanzielle Anreize für den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr)

bei den Büromaschinen:
o Umweltkriterien beim Einkauf, Lärmschutz und Ergonomie
o Energie- und Papierverbrauch der EDV-Apparate
o Bewirtschaftung des Computer-Netzes
o Unterhalt, Reparatur und Recycling der Maschinen und Schulung der Mitarbeiter/innen

im Bereich Energie:
o Energiebuchhaltung
o Möglichkeiten der Verringerung des Energieverbrauchs bei Heizung, Beleuchtung und Belüftung

beim Stoffluss:
o Einkaufspolitik und Unterhalt beim Mobiliar, Bodenbelägen, Wandanstrichen
o Papier (Verbrauchsstatistik, Archivierung)
o Papierarten (abgestuft nach Verwendungszweck)
o Kleines Büromaterial (Menge, Nachfüllbarkeit, Wiederverwertbarkeit, Lösungsmittel)

bei den Abfällen:
o Bilanz der Gesamtmenge im Büro, Rücknahmeverpflichtung der Lieferanten
o Recycling beim haushaltsähnlichen Müll
o Vermeidung von Sonderabfällen, resp. Lieferanten zur Entsorgung verpflichten.

Diese Bestandesaufnahme wird von neutralen, von Green Office geschulten Fachleuten im Auftragsverhältnis ausgeführt. Anhand der Auswertung des Fragebogens erstellt die Qualitätssicherung einen Bericht, der nicht nur die Ist-Situation, sondern auch Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzeigt. Der Bericht wird von einem aus unabhängigen Persönlichkeiten bestehenden Zertifizierungskomitee bewertet. Aufgrund des Berichts beschliesst das Zertifizierungskomitee über die Erteilung des ÐGreen Office Labelsð. Um eine neutrale und unparteiische Beurteilung zu gewährleisten, arbeiten die beauftragten Auditor/innen, die Qualitätskontrolle und das Zertifizierungskomitee unabhängig voneinander.
Die Kosten für die Green Office-Zertifizierung betragen (1999, exkl. MWSt):
­ Unternehmen mit 1 bis 50 Angestellten
am selben Standort Fr. 1'890.­
­ Unternehmen mit 51 bis 300 Angestellten
am selben Standort oder mit weniger als
50 Angestellten an zwei Standorten Fr. 2'390.­
­ Unternehmen mit mehr als 300 Angestellten
und/oder mehreren Standorten ab Fr. 4'950.­

Bis jetzt hat jeder dritte des knappen Dutzends geprüfter Betriebe die Kriterien erfüllt. Die untersuchten Betriebe gehörten der Versicherungs- und Bankenbranche an, umfassten aber ebenfalls Headquarters von international tätigen Industriebetrieben. Das Label eignet sich auch für grössere Anwaltspraxen oder Ingenieurbüros. Erstaunlicherweise zeigte sich, dass selbst bei ISO 14001-zertifizierten Betrieben der Bürobereich Ðvergessenð geht, das ÐGreen Office Labelð also eine interessante Ergänzung für einen Betrieb darstellt, der Ðgesamtökologischð wirtschaften will.
Das Label wird erteilt, falls das betreffende Unternehmen 50 und mehr Prozent der theoretisch höchsten möglichen Punktzahl in jeder der fünf Abteilungen (Unternehmensleitung, Büromaschinen, Energie, Stoffluss und Abfälle) und insgesamt erreicht. Das Label ist während zweier Jahre gültig, danach werden die Umweltleistungen des Unternehmens einer erneuten Überprüfung unterzogen. Das Label wird nur verlängert, wenn eine mindestens fünfprozentige Verbesserung der Leistungen nachgewiesen werden kann.
Das Ökolabel ÐGreen Officeð steht unter dem Patronat des Departement des Inneren, der Umwelt und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des Kantons Genf. Zusätzliches Gewicht verleihen dem Label die anerkannten Fachleute aus Umweltlehre (sanu, ETH), Beratung (SGU, KF) und Wirtschaft (Handelskammer), die im Zertifizierungskomitee tätig sind.
Die Unternehmen, die Green Office in Anspruch nehmen, können ihre Umwelt-leistungen nach klaren Kriterien beurteilen lassen. Mit Hilfe des erstellten Berichts können die Betriebsleiter/innen Möglichkeiten für Kosteneinsparungen in ihrem Unternehmen entdecken. Durch diese Massnahmen und die Einführung eines ersten, rudimentären Umweltmanagements können die Kosten an Verbrauchsgütern pro Jahr um 10 bis 30% gesenkt werden.
Das Ökolabel soll eine Aufforderung zu weiteren freiwilligen Taten und keine weitere lästige Pflichtübung sein. Das Label anerkennt die Bemühungen des Unternehmens und erlaubt ­ analog einem Umweltmanagementsystem in der Produktion und dem Vertrieb ­ den Aussenstehenden die Umweltleistungen zu kommunizieren.

Kontakt: Green Office, Postfach 124, 4501 Solothurn; Tel. 032 622 40 27, e-mail: greenoffice@gkb.com; Green Office, case postale 47, 1211 Genève 17, Tel. 022 348 68 58; Web-site: http: //www.greenoffice.ch

 

Artikel

Schweiz und Europa ­ das betrifft uns alle!

Felix Harling, Berlin

Bei ihrer Überprüfung der schweizerischen Umweltpolitik empfiehlt die OECD ­ unter anderem ­ eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und den europäischen Institutionen. Der provisorische Erfolg des bilateralen Abkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Union ­ das, wie wir hoffen, im Jahre 2001 in Kraft treten wird ­ ist ein Zeichen dafür, dass sich eine neue Dynamik entwickelt hat. Sie hat auch Auswirkungen auf das Schaffen und die Leistungen des SVU und seiner Mitglieder. Welcher Art ist das Engagement des SVU auf europäischer Ebene?

Der SVU und Europa

Das europäische Engagement des SVU hat sich bisher auf eine Beteiligung im Vorstand der Europäischen Vereinigung der umweltwissenschaftlichen Berufe (FEPE = Fédération Européenne des Professionnels de l'Environnement) beschränkt. Als sich im Dezember 1997 die Arbeitsgruppe ÐEuropað im Vorstand des SVU vorgestellt hat, stimmten alle anwesenden Mitglieder einer Beteiligung des SVU an der FEPE zu, unter der Bedingung, dass die FEPE ihre Arbeitsweise und Organisation noch einmal überprüft. Zudem haben die SVU-Vorstandsmitglieder die Einrichtung eines Informationsdienstes vorgeschlagen, der für Erfahrungsaustausch, Ausschreibungen und Kontakte zwischen Büros und Experten in ganz Europa zur Verfügung stehen soll.
Guy Turchany und Felix Harling wurden als Vertreter des SVU in den Vorstand der FEPE gewählt. Während des Jahres 1998 war auch Pippo Gianoni, ebenfalls ein Mitglied des SVU, im Vorstand der FEPE. Der schweizerische Beitrag wird noch durch Bernhard Müller verstärkt, der das Sekretariat der FEPE führt.

Entwicklung der FEPE

Wie für alle Organisationen, die ­ ohne über eigene permanente Strukturen zu verfügen ­ nationale Verbände vereinigt, ergeben sich auch für die FEPE Leerlaufphasen zwischen den zweimal im Jahr stattfindenden Vorstandssitzungen. Nach einer gemeinsamen Analyse der Stärken und Schwächen der FEPE haben die anwesenden Mitglieder bei der vorletzten Versammlung in Paris auf folgende Definition der Ziele der FEPE geeinigt: Als aktives Netzwerk europäischer Umweltfachleute soll die FEPE eine Plattform zur Förderung des Ideenaustausches, der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Anerkennung zwischen den europäischen Verbänden von Umweltfachleuten anbieten.
Die anwesenden Mitglieder waren sich ebenfalls einig, jeweils ein Gemeinschaftsprojekt zu definieren, an dem zwischen den Versammlungen gearbeitet wird, damit sich die Vereinigung langsam aber sicher ihrem angestrebten Ziel nähern kann. Überraschung... das erste Projekt war die Einrichtung einer Website als Basis für eine Austausch-Plattform. Wir bitten alle Interessierten, die Webadresse Ðhttp://www.fepe-europe.orgð zu besuchen und ihre Meinung im Hinblick auf mögliche Verbesserungen der Leistungen dieser Plattform zu äussern.

Zukünftige Aktivitäten

1998 beschränkten sich die Aktivitäten der AG ÐEuropað auf die Arbeit innerhalb der FEPE. Pippo Gianoni und Felix Harling haben bei der Verbesserung der internen Organisation eine aktive Rolle gespielt. Pippo Gianoni hat Ende 1998 seinen Sitz im Vorstand der FEPE abgegeben.
Die AG ÐEuropað des SVU möchte alle Interessierten dazu einladen, ihr die Leitfragen und Anliegen zu übermitteln, an deren Beantwortung die AG arbeiten soll. Werden Sie aktiv, klicken Sie auf Ðhttp//www.fepe-europe.org/svu-europeð und lesen Sie unser Dokument mit ersten Ideen zu den Leitfragen der AG ÐEuropað. Es steht Ihnen frei, ob Sie weitere Fragen hinzufügen oder uns Elemente zur Beantwortung der gestellten Fragen geben möchten. Wir sind Ihnen für alle Ergänzungen und Kommentare dankbar.
Die AG ÐEuropað wünscht sich noch weitere aktive Mitglieder. Insbesondere wäre es gut, wenn eine oder zwei Mitglieder des SVU-Vorstandes in der AG aktiv mitmachen würden. Kommen Sie zu uns ­ setzen Sie auf Europa: es gibt viel zu tun! Wer mit uns Kontakt aufnehmen möchte, kann dies über eMail tun: Felix Harling Ðboxhagen@snafu.deð [dp]

LEK

Qualitätskriterien für LEK: Projekt-Premiere für den SVU

Beat von Wyl, Utas AG, Giswil

Der Beginn war vielversprechend: Rund 20 Personen meldeten sich im Herbst 1997 auf eine Ausschreibung des SVU, zum ökologischen Ausgleich einen Arbeitskreis zu bilden. In einer ersten Besprechung kristallisierte sich die Haupterkenntnis heraus, dass im Bereich des ökologischen Ausgleichs durch die neue Gesetzgebung mit hohen Beitragszahlungen viel in Bewegung gekommen ist. Ob das der Artenvielfalt zugute kommt, wurde aber als unsicher oder gar fraglich beurteilt. Welches Instrument könnte hier die besten Fortschritte bringen? Als besonders geeignet wurden Landschaftsentwicklungskonzepte (LEK) erachtet, wenn sie ausreichend ÐSubstanzð enthalten, was bei bestehenden LEK häufig nicht der Fall ist. Und so war die Idee für das Projekt ÐLEK-Qualitätskriterienð geboren.

Projektorganisation

In Gesprächen mit verschiedenen Stellen, vor allem dem BUWAL und der Hochschule Rapperswil (HSR), wurde eine Projektskizze ausgearbeitet. Im März 1999 bewilligte der SVU-Vorstand eine erste Kredit-Tranche für dieses Projekt, und nun kann die konkrete Arbeit beginnen.
Die engere Projektgruppe besteht aus fünf Personen: Christian Hedinger (Leitung), Monika Martin, Markus Schäfer, Petra Horch und Beat von Wyl. Zum erweiterten Kreis gehört eine grössere Zahl von Personen, die ebenfalls mit dem Projekt in Verbindung stehen. Weitere Personen sind jederzeit willkommen (siehe Kasten).

Zusammenarbeit

Das ÐLEK-Projektð soll in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen und Institutionen entwickelt werden. Das BUWAL und andere Partnerinstitutionen sind daran, mit verschiedenen Partnern einen ÐLEK-Werkzeugkastenð zu erarbeiten. Dieser wird praktische Empfehlungen enthalten, worauf bei der Ausarbeitung eines LEK zu achten ist. Darauf soll das SVU-Projekt aufbauen. Ziel ist eine modulare Checkliste, mit der die Qualitätsaspekte eines bestimmten LEK ermittelt werden können.
Ein wichtiger Aspekt sind die inhaltlichen Kriterien, zum Beispiel welche Fachbereiche ein LEK umfasst (nicht nur Landwirtschaft oder Gehölzstrukturen). Einen ebenso hohen Stellenwert sollen aber auch die Merkmale des LEK-Prozesses haben: Die gemeinsame Erarbeitung von Zielen und Massnahmen mit Personen und Gruppen vor Ort betrachten wir als die grosse Chance, wie im Rahmen eines LEK viel für Natur und Landschaft bewirkt werden kann.
Die Schwierigkeit der LEK-Qualitätscheckliste wird sein, einheitliche Kriterien zu entwickeln, ohne dadurch die Kreativität einzuschränken oder die regionalen Besonderheiten zu nivellieren.

Wie geht's weiter?

Die LEK-Projektgruppe wird ihre Arbeiten dem Zeitplan des geplanten BUWAL-Projekts ÐLEK-Werkzeugkastenð anpassen. Eine enge Zusammenarbeit ist geplant. Für die inhaltliche Abstimmung werden verschiedene Einzelkontakte zu kompetenten Fachpersonen gepflegt. Über den Projektfortschritt werden wir laufend berichten.

Einladung an die Mitglieder des SVU:
LEK-Projekt melden und mitverfolgen

o Alle SVU-Miglieder, die sich für das SVU-Projekt interessieren, können sich bei Christian Hedinger melden. Bitte besondere Interessen und Erfahrungen angeben. Dieser Personenkreis wird dann regelmässig über den Stand informiert (Protokolle, usw.) und bei spezifischen Problemstellungen konsultiert.
o Wer bestehende LEK kennt, melde uns bitte die wichtigsten Angaben dazu (z.B. Fax mit Titelseite und Zusammenfassung).

Kontakt: Christian Hedinger: Tel. 031 312 29 37, Fax 031 312 29 69, e-mail: hedinger.una@bluewin.ch

Ankündigung

Ende 1999 läuft die Übergangsfrist der am 1.1.1996 in Kraft getretenen EKAS-Richtline ab. Nun gilt es also ernst, weil die meisten Unternehmungen in der Schweiz Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eigenverantwortlich organisieren müssen. Am 29. September wird in einer halbtägigen Veranstaltung in Zürich über Anforderungen und Umsetzung der neuen EKAS-Richtlinie in Umwelt- und Planungsbüros informiert.
Informationen: Martina Blanke, Pan, Postfach 7511, 3001 Bern, Tel. 031 381 89 45, Fax 031 381 68 78.

Tagungen, Kurse

Dat. Ort/lieu Titel/titre Organisation Kontakt/contact  

Mai

         
6 Winterthur Fachseminar Fischnetz ­ ÐNetzwerk Fischrückgang Schweizð EAWAG, BUWAL Tel. 01 823 55 94  
6/7 Zug Innovationen für den Regionalverkehr des nächsten Jahrtausends (Kongress) SBB u. weitere Tel. 041 726 00 50  
7+21 FHBB Muttenz Wärmetechnische Gebäudesanierungen Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40  
15 Bern IG Lehm-Exkursion in Bern IG Lehm Tel. 031 302 81 60  
15 Bern IG Lehm-Exkursion in Bern IG Lehm Tel. 031 302 81 60  
19 Bern Kosten/Nutzen im Natur- und Landschaftsschutz ­ Schutzmassnahmen im Verkehr NFP 41 Tel. 031 351 25 25  
26 La Sarraz Vers une bonne qualité écologique des prairies extensives SRVA Tel. 021 619 44 56  
26 Zürich Vertragsgestaltung in technischen Zusammenarbeitsprojekten KBF, LES, VSM Tel. 01 384 48 44  
Juni/Juin          
1­3 Uni Bern Wald-, Naturschutz- und Gewässerschutzrecht I ­ Einf. f. NichtjuristInnen Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42  
4 Bern Bauen ausserhalb der Bauzone ­ Qualitätssicherung in der Landschaft BUWAL, SIA, BSLA Tel. 032 322 14 33  
4/11/25 FHBB Muttenz Passive Sonnenenergienutzung Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40  
9 Solothurn Das neue Gewässerschutzrecht ­ Verursacherprinz. & Finanzierung Abwasserbes. VUR/ADE Tel. 01 241 76 91  
9 Olten Wald im Landschaftsbild ­ eine ÐGratwanderungð FGW/GSF, CRIFOR Tel. 031 381 89 45  
9­11 Fribourg Landwirtschaftl. Ökologie und das neue Agrarumfeld Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42  
11/12  Glasgow en Ecosse 4e Colloque Intern. des Spécialistes Francophones en Evaluation d'Impacts  IAIA, AFIE e-mail afie@worldnet.fr  
 15­  St. Gallen Lehrgang Umweltbeauftragte und Umweltauditoren EMPA, IWÖ-HSG Tel. 071 274 74 43  
 15  Bern Bahnreform ­ Zwischenbilanz und nächste Etappen  NFP 41 Tel. 031 306 83 94  
 18/19  Luzern Bedarfsgerechte Wohnungslüftung Inst. Baubiologie ZH Tel. 01 299 90 40  
 22  Ins Jachères: tournante, folrale, spontanée, mais encore?  SRVA Tél. 021 619 44 56  
 22  Zürich-Irchel Umweltforschungstag: Vielfalt als Versicherung ­ Diversität in Natur, Ökonomie
und Gesellschaft
 Inst. Umweltwiss. Tel. 01 635 47 40  
 23  Lausanne Nouvelles technologies de transport: quelles perspectives pour Swissmetro?  NFP 41 Tél. 021 693 35 70  
 23­25  Lachen Siedlungshygiene in Entwicklungsländern: Abfallwirtschaft/Wasserversorgung  EAWAG-PEAK  Tel. 01 823 53 93  
 24  Biel Erneuerbare Energie ­ ein zukunftsfähiges Waldprodukt  FGW/GSF, CRIFOR Tel. 031 381 89 45  
 25  Grangeneuve  Wer will den neuen Wald ­ wo stehen wir heute? (Anmeldung bis 14.6.99)  SIA, Forstverein Tel. 01 387 11 22  
 28/29  Bern Nachhaltige Entwicklung ­ Konzepte und Umsetzung  Uni BE-FR-NE Tel. 026 300 73 42  
 30  ETH Zürich Risk Based Regulation ­ ein taugliches Konzept für das Sicherheitsrecht?  SNF Tel. 031 721 50 41  

 

Impressum
Das Bulletin des Schweizerischen Verbandes der Umweltfachleute (SVU) erscheint 6 mal jährlich in deutscher und französischer Sprache.
Druckauflage: 900

Internet: http://www.ambios.ch/svu

Hauptredaktion
Dr. Gabi Gerlach, Dr. Andreas Bally, BiCon AG - Institut für angewandte Umweltwissenschaften, Bodanstr. 19, 8280 Kreuzlingen
Tel. 071 672 28 68
Fax. 071 672 28 69
email: bicon@access.ch
Redaktion für die französisch- und italienischsprachige Schweiz:
Dr. Catherine Strehler, biol. conseils s.a., Serre 5, 2000 Neuch,tel
Tel. 032 725 50 24
Fax. 032 725 52 90
email: biolconseils@access.ch
Übersetzung:
Catherine Baroffio, Markus X. Schmid
Geschäftsstelle des SVU:
Brunngasse 60, 3011 Bern
Tel. 031 311 03 02
Fax. 031 312 38 01
email: svu@thenet.ch