svu - Bulletin 1999/6

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Inhalt


Artikel


Abwärmenutzung Gasverdichtungsstation Ruswil ­ Was der Transport von Erdgas durch die Schweiz mit neuen Produktionsmöglichkeiten in der Landwirtschaft zu tun hat

Dr. Johannes Heeb, Wolhusen

Die Firma Transitgas AG transportiert nordeuropäisches Erdgas durch die Schweiz nach Italien. Das Erdgas wird in Ruswil (Kanton Luzern) für einen effizienten und sicheren Transport verdichtet. Die Verdichtung setzt grosse, bis heute ungenutzte Abwärmemengen frei. Gewächshäuser mit gemässigtem bis tropischem Klimaregime stellen eine interessante Variante für die gesetzlich vorgeschriebene Nutzung dieser Abwärme dar. In Ruswil wird zur Zeit ein ca. 1500 m2 grosses Gewächshaus gebaut, das für 2­3 Jahren als Pilotprojekt betrieben werden soll. Die Gewächshausfläche soll, bei positivem Ausgang des Projekts, auf eine Fläche von 5­10 ha erweitert werden.

Der Auslöser: Das kantonale Energiegesetz

Die Transitgas AG ist für den Transport des Erdgases durch die Schweiz verantwortlich. In Ruswil wird dem Erdgas der für den Weitertransport in Richtung Süden notwendige Druck zugeführt. Die dafür eingesetzten gasbetriebenen Verdichtersysteme setzen heute jährlich rund 55000 Megawattstunden Abwärme frei. Nach dem vollständigen Ausbau der Transportkapazität wird diese Menge sogar auf über 300000 Megawattstunden pro Jahr ansteigen. Mit dieser Energiemenge könnten rund 9000 Haushaltungen beheizt werden. Das Energiegesetz des Kantons Luzern schreibt vor, dass Abwärme aus Industrie und Gewerbe soweit wie möglich dezentral genutzt werden soll.

Nutzung der Abwärme zur Beheizung von Wohnungen?

Warum wird diese Abwärme heutezutage nicht zur Beheizung von Wohnungen genutzt? Der Grund liegt unter anderem in der Lage der Gasverdichtungsstation. Aus Sicherheitsgründen wurde sie weit ausserhalb geschlossener Siedlungen gebaut. Detailliertere Abklärungen haben ergeben, dass eine Nutzung der Abwärme zu Heizzwecken aufgrund der dafür notwendigen, aufwendigen Fernwärmeleitung sowie aufgrund fehlender Grossabnehmer die Wirtschaftlichkeitsgrenze nicht erreichen kann. Die heutigen tiefen Energiepreise, insbesondere des Heizöls, haben diese Bewertung massgeblich beeinflusst.

Landwirtschaftliche Abwärmenutzung und Verstromung?

Diese Situation bildete die Ausgangslage für die Projekte «Landwirtschaftliche Nutzung der Abwärme der Transitgas Gasverdichtungsstation Ruswil» sowie «Verstromung»: Der hochenergetische Teil der Abwärme soll in Elektrizität umgewandelt und der Niedrigenergieanteil in Gewächshäusern landwirtschaftlich genutzt werden.
Gewächshäuser können einen Beitrag zur Diversifizierung der Landwirtschaft leisten, verursachen aber heute oft Umwelt- und Landschaftsbelastungen. Mit den hier realisierten Gewächshäusern soll die Produktion wirtschaftlich interessanter Nischenprodukte gefördert werden. Der Standort der Gewächshäuser in einer Talmulde, die Nutzung von Abwärme als Energiequelle sowie eine integrierte bis biologische Produktionsweise sollen dabei einen umwelt- und landschaftsschonenden Betrieb der Anlage sicherstellen.
Produktionsorientierte Tropengewächshäuser stellen eine Neuheit in der Schweiz dar und können somit wirtschaftliche Impulse auslösen. Die Tropengewächshäuser können zudem als Bildungs- und Forschungsplattform genutzt werden.
In einem ersten Schritt wurde ein ca. 1500 m2 grosses Pilotgewächshaus realisiert. In den kommenden Jahren sollen nun Erfahrungen mit dem Betrieb solcher Systeme gesammelt werden.
Wegen marktstrategischen Überlegungen (Produktion von subtropischen bis tropischen Früchten und Gemüse als Nischenprodukte) und aus Gründen des Landschaftsschutzes (Minimierung der Gewächshausflächen) wird eine Hälfte des Versuchsgewächshauses als tropisches Polykultursysteme betrieben. Polykultursysteme sind Systeme, die Nährstoffe und Energie in Kreisläufen und Kaskaden mehrfach nutzen und dadurch eine hohe Produktivität bei optimaler Nutzung der vorhandenen Ressourcen ermöglichen. Dieses Polykultursystem wurde in Zusammenarbeit mit chinesischen Spezialisten entworfen.
Die andere Hälfte des Gewächshauses wird Ðkonventionellð, d.h. unter gemässigten Kilmabedingungen betrieben werden. Im Vordergrund steht hier die umweltverträgliche Produktion von Kirschen, Melonen, Erdbeeren, Speisetrauben etc. ­ Produkte mit grossem Nachfragepotential und hoher Wertschöpfung ­ als ÐSaisonverlängerungsprodukteð. Das gesamte Anbaukonzept achtet darauf, dass die Nutzung der Abwärme nicht zur Konkurrenzsituationen mit bestehenden regionalen Produzenten führt sondern neue Produktnischen zu erschliessen hilft. Die Kombination der beiden Anbausysteme in der Versuchsphase soll für ein möglichst hohes Erfolgspotential des Pilotprojekts garantieren.

Systembeschrieb der Polykulturanlage

Der subtropische Gewächshausbereich ist mit einer für die Polykulturnutzung notwendigen Infrastruktur versehen. Zur Vorbehandlung des Nährstoffinputs in Form flüssigen Hofdüngers des Standortbetriebes wird ein spezieller Stroh-Filter genutzt. Hier werden die Flüssig- und die Festphase des Hofdüngers voneinander getrennt. Die Festphase wird nachfolgend kompostiert und als Festdünger für die Erdkulturen des tropischen (wie auch des gemässigten) Gewächshausbereichs aufbereitet. Gleichzeitig werden hier Pilze (z.B. asiatische Reisstrohschirmlinge) gezüchtet.

Schema Pilotgewächshaus mit gemässigten und subtropischen bis tropischen Klimabedingungen

Die Flüssigphase wird in Flachwasserbecken mit Schwimmpflanzen weitergeleitet. Diese Pflanzen (Wasserlinsen, Wasserhyazinthen) dienen als Nahrungsmittel für die Fische in den nachgeschalteten Fischtanks. Die Flachwasserbecken sind hängend über den Fischtanks installiert. In den Fischtanks werden Tilapias (subtropischer bis tropischer Süsswasserfisch mit hohem Marktwert) gezüchtet. Das Fisch-Abwasser wird zur Reinigung in die Flachwasserbecken geleitet oder als Bewässerungswasser (mit Düngerwirkung) eingesetzt.
Flächenmässig den grössten Anteil nehmen die Erdkulturen ein. Hier werden subtropische bis tropische Früchte produziert.
Zur Wasserversorgung des Gewächshauses wurde ein Regenwassertank installiert. Das beschriebene subtropische bis tropische Polykultursystem wird in obiger Abbildung schematisch dargestellt.

Partnerschaftskonzept

Das Projekt ist als Partnerschaftsprojekt zwischen der Transitgas AG als Abwärmeenergieproduzentin, der lokalen Landwirtschaft als Nutzerin dieser Energie sowie lokalen Abnehmern der im Gewächshaus erzeugten Produkte (Detailhandel, Grossverteiler und regionale Gastronomie) aufgebaut. Die verschiedenen Partner/Akteure arbeiten in der zum Zweck der Projektbegleitung gegründeten ÐInteressengemeinschaft Abwärmenutzung GVS Ruswilð zusammen. Das Pilotprojekt wird von den Regionalförderungsinstitutionen (Regionalplanung und RegioHER) mitgetragen. Die Kosten für das Projekt werden von der Transitgas AG (übernimmt als Abwärmeproduzentin den Hauptanteil der Kosten), vom Regio Plus sowie vom Kanton Luzern und den anliegenden Gemeinden getragen.

Kritische Stimmen

Macht es Sinn, so mag sich mancher fragen, in Europa ­ im Speziellen in der Schweiz ­ in die Produktion von Tropenpflanzen einzusteigen. Verschiedene Aspekte prägen die Beantwortung dieser Frage. Zum einen muss heute davon ausgegangen werden, dass der Markt eine klare Nachfrage nach Tropenprodukten aufweist. Ein immer grösserer Anteil dieser Produkte wird energieaufwendig und umweltbelastend per Flugzeug in die Schweiz transportiert. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Faktor ÐWasserð, der in subtropischen Ländern ÐMangelwareð sein kann, so dass der Import solcher Früchte einen ÐWasserverlustð für das betreffende Land darstellt. Die lokale Produktion kann ­ unter der Voraussetzung, dass die dafür notwendige Energie in Form von nicht anders nutzbarer Abwärme vorhanden ist ­ deshalb einen Beitrag zu einer umweltverträglicheren Entwicklung dieses Marktsegments beitragen. Dies belegen die Ergebnisse einer im Rahmen dieses Projektes durchgeführten LCA-Studie (Lebenszyklus-Analyse).

Weitere Informationen: heebjohannes@pingnet.ch, www.tropenhaus.ch

Artikel

Nachhaltiges Malergewerbe in der Stadt Bern

Bettina Häuselmann-Maag, BOb Partners, Zürich

Das in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz und Lebensmittelkontrolle der Stadt Bern (AfUL) initiierte und vom BUWAL-Förderprogramm Projekte für eine nachhaltige Schweiz unterstützte Vorhaben «Nachhaltiges Malergewerbe Stadt Bern» soll die Malerbetriebe der Stadt Bern zu einem umweltbewussteren Verhalten veranlassen. Ziel ist es, Hauseigentümer, Liegenschaftsverwaltungen und Hochbauämter für die Umweltproblematik im Malergewerbe zu sensiblisieren, damit diese Einfluss auf die Maler ausüben und sie für eine nachhaltige Arbeitsweise motivieren.

Der Prozess der Lokalen Agenda 21 ist auch in der Stadt Bern erst am Anfang. Für das städtische Amt für Umweltschutz und Lebensmittelkontrolle (AfUL) bedeutet dies, dass zuerst kleine, realisierbare Projekte im Vordergund stehen, welche für eine zukünftige Projektarbeit im Bereich der lokalen Agenda 21 konkrete Resultate liefern, mit denen es möglich ist, Methode und Vorgehen für LA 21 Projekte kennenzulernen.
Das hier vorgestellte Projekt «Nachhaltiges Malergewerbe Stadt Bern» versteht sich daher als Baustein und Erfahrungsprozess für weitere geplante Projekte einer ÐLA 21-Stadt Bernð. Es soll aufzeigen, wie in einem beispielhaften Sektor des Kleingewerbes, ein Nachhaltigkeitsprozess initiert werden kann. Das Projekt wird vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) im Rahmen seines Förderprogrammes «Projekte für eine nachhaltige Schweiz» finanziell unterstützt.


Kernidee des Projektes

Im Rahmen des Projektes soll insbesondere der Dialog zum Kundenkreis des Malergewerbes (Liegenschaftenverwaltungen, Hauseigentümer etc.) gesucht werden. Gelingt es, die Kunden genügend zu sensibilisieren und ihre Bestellerkompetenz zu verbessern, kann das Malergewerbe am einfachsten zu einer nachhaltigeren Arbeitsweise motiviert werden. Auf diese Weise steht das Malergewerbe auch nicht als Problemverursacher da, sondern kann als Problemlöser miteinbezogen werden. Die lokalen Grenzen werden im Rahmen der Aktivitäten gelegentlich bewusst durchbrochen. Denn das Projekt will sich, wo es sinnvoll scheint, mit anderen umweltrelevanten Aktivitäten, die das Malergewerbe betreffen, vernetzen.

Erste Phase: die Situationsanalyse

Im Malergewerbe und auch in der Farb- und Lackherstellung ist in Bezug auf Ökologie einiges in Bewegung: Deshalb war es wichtig, zuerst den aktuellen Stand der Dinge abzuklären. Begleitet wurde die Analyse durch einen lokalen Experten aus der Malerbranche, welcher dem Projektleitungsteam wichtige persönliche Kontakte vermittelte.
In einer ersten Phase erörterten Vertreter des lokalen Malergewerbes und der öffentlichen Hand (Hochbauämter) im Rahmen von Ðround-table-Gesprächenð ihre Vorstellungen zum Handlungsbedarf im Hinblick auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Die Diskussionen wurden mit Stellungnahmen von Vertretern des schweizerischen Maler- und Gipsermeisterverbandes, der Farb- und Lacklieferanten sowie Vertretern von Umweltschutzämtern ergänzt und abgerundet.
Die Beteiligten waren sich einig, dass der Umgang und der Gebrauch von Lösungsmitteln nach wie vor ein zentrales Thema ist. Denn Produkte, die unter eine Giftklasse fallen, die Schwermetalle oder chlorhaltige Stoffe enthalten, sind weitgehend vom Markt verschwunden und stellen keine ernsthaften Probleme mehr dar. Der Anteil Ðlösungsmittelfreierð Produkte (£2% Lösungsmittelanteil) erreicht heute im Baumalersektor bereits rund 70%. Trotzdem ist eine weitere Verbesserung arbeitstechnisch durchaus realisierbar, weil die Farben und Lacke auf ÐWasserbasisð in ihrer Verarbeitungsqualität heute den lösungsmittelhaltigen Produkten in vielen Bereichen ebenbürtig sind. Auch im Bereich Entsorgung hat man wesentliche Fortschritte erreicht. Weniger fassbar sind hingegen die zahlreichen diffusen VOC-Emissionen, die bei der Anwendung auftreten. Durch den konsequenten Einsatz von lösungsmittelfreien Produkten liessen sich diese wirksam weiter eindämmen. In der Branche wenig bekannt ist auch der Einsatz von Naturfarben, die ­ obwohl teilweise sogar lösungsmittelhaltig (vgl. BUWAL-Studie SR 186) ­ für gewisse Anwendungen eine sinnvolle Alternative darstellten. Auch die Nachhaltigkeit im Sinne von Langlebigkeit wurde als wichtiger Aspekt wahrgenommen und diskutiert.
Als wichtigste Handlungsfelder bezeichneten die verschiedenen Parteien u.a. die Devisierung und das Controlling. Es wurden aber auch einige Informationsdefizite seitens der Maler und der Auftraggeber geortet. Die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand wurde als weitere wichtige Voraussetzung angesprochen. Als kontraproduktiv wurde in dieser Hinsicht die neue Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen erwähnt. Weiter im Gespäch stand die wichtige Rolle der Endverbraucher und damit auch des Do-it-yourself-Bereichs. Die Schlüsselrolle der Kunden bei der Umsetzung nachhaltiger Strategien wurde erkannt, alleine schon im Bereich der Devisierungssysteme.
Als letzte Etappe in der Situationsanalyse wird eine detaillierte Umfrage im lokalen Malergewerbe folgen. Sie wird durch Lehrlinge der Gewerbeschule durchgeführt. Die Resultate werden zusammen mit den bisherigen Erkenntnissen in einem Bericht «Situationsanalyse Nachhaltiges Malergewerbe Stadt Bern» zusammengefasst. Dieser Bericht bildet die Basis für die weiteren geplanten Aktivitäten.

Zweite Phase: Sensibilisierung der Akteure

Im Projekt spielen die Kunden eine Schlüsselrolle. Sie prägen das Auftragswesen und nehmen starken Einfluss darauf, inwieweit ökologisch relevante Aspekte in der Praxis umgesetzt werden. Auf der Seite der Planer sind es die Architekten, die in der Projektierung und über die Submissionsunterlagen die Weichen für die Berücksichtigung von ökologischen Kriterien stellen. Nicht zuletzt sind es aber auch die Maler selber, die als Berater und Offertsteller auf Entscheidungen in Richtung Nachhaltigkeit Einfluss nehmen. In der zweiten Phase des Projektes setzt man sich daher mit konkreten Wegen und Mitteln auseinander, die zur Sensibilisierung dieser verschiedenen Akteure eingesetzt werden können.

Mit rollender Planung zum Ziel

Die letzte Phase des Projektes, die Umsetzung der Erkenntnisse im Rahmen konkreter, zielgruppenorientierter Aktivitäten, ist auf Frühling 2000 geplant. Aufgrund der rollenden Planung, ein Merkmal eines Agenda 21-Prozesses, ist die Ausgestaltung noch nicht definitiv. Da die Zielsetzungen unter Mitwirkung aller Beteiligten erreicht werden sollen, sind Kursänderungen wahrscheinlich.

Ein Projekt für die Öffentlichkeit

Das Projekt soll nicht hinter geschlossenen Gardinen stattfinden, sondern weiteren interessierten Kreisen offenstehen. Aus diesem Grund wird das Projekt hier im SVU-Bulletin vorgestellt. Wer einen noch tieferen Einblick wünscht, kann den Zwischenbericht «Situationsanalyse Nachhaltiges Malergewerbe Stadt Bern» ab Ende Februar 2000 auf der SVU-Geschäftsstelle beziehen. In dem Bericht finden sich die Informationen zu den bisherigen Aktivitäten sowie zum Handlungsbedarf innerhalb des Malergewerbes und von dessen Kunden und Zulieferern. Der gesamte Prozess wird umfassend dokumentiert, damit er auch weiteren Nachhaltigkeits-Projekten als Anregung und Orientierungshilfe dienen kann. Den SVU-Mitgliedern steht nach Projektende das gesamte Projektmaterial zur Einsichtnahme zur Verfügung. Diese Dokumentation soll insbesondere auch die Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen, denen man als Beratungsstelle in einem solchen Prozess begegnet.


AKöA

AKöA jetzt im Nationalen Forum für den ökologischen Ausgleich (NFöA) vertreten

Arbeitskreis ökologischer Ausgleich (AKöA)

Das ÐNationale Forum für den ökologischen Ausgleichð (NFöA) hat das Gesuch des AKöA/SVU, im NFöA vertreten zu sein, am 1. Dezember 1999 gutgeheissen. Damit hat unsere seit zwei Jahren engagiert geleistete Arbeit nationale Anerkennung erlangt. An der letzten AKöA Versammlung vom 22. September in Lausanne haben sich Beat von Wyl und Philippe Fallot als Vertreter und Stellvertreter des SVU im NFöA zur Verfügung gestellt. Die definitive Wahl erfolgt an der nächsten Versammlung des AKöA (weitere KandidatInnen melden sich bitte bei Hans Balmer):

2. Februar 2000, 9.30 ­ 16.30 Uhr, ETH Zürich
Hauptthema: Förderung der Qualität der ökologischen
Ausgleichsflächen

Im Forum stehen im Jahr 2000 die folgenden Fragen im Vordergrund: Förderung der Qualität der ökologischen Ausgleichsflächen (das Forum hat ein eigenes Modell erarbeitet und getestet), Regionalisierung des ökologischen Ausgleichs sowie Fragen rund um die Hochstamm-Feldobstbäume. Wir wollen unsere Position und Erfahrungen diskutieren, damit wir im Forum einen kompetenten Beitrag leisten können.
Ablauf: Vormittag 2 ­ 3 Referate von Fachleuten; Nachmittag: Diskussion und Erfahrungsaustausch. Das Detailprogramm ist ab 10. Januar 2000 bei der Geschäftsstelle des SVU zu beziehen: Tel. 031 311 03 02, Fax 031 312 38 01, e-mail: svu@mueller.ch
Weitere Informationen über den AKöA:
Hans Balmer, Tel. 01 940 59 29, e-mail: balmer-forgo@bluewin.ch
Philippe Fallot, Tel. 032 365 16 06, e-mail: foyard@bluewin.ch

VUR

Die Vereinigung für Umweltrecht (VUR) informiert

Stichwortartig informiert die VUR über die neusten Entwicklungen von Gesetzgebung und Rechtsprechung auf dem Gebiete des Umweltrechts. Weitergehende Informationen können mit einem Abonnement der Zeitschrift «Umweltrecht in der Praxis» bezogen werden (erscheint ca. 8mal pro Jahr und kostet Fr. 110.­). Für zusätzliche Informationen steht die Vereinigung für Umweltrecht gerne zu Ihrer Verfügung: VUR, Postfach, 8026 Zürich, Telefon 01/241 76 91, e-mail: vur-ade@pingnet.ch. Und das Aktuellste im Internet ­ http://www.vur-ade.ch

Internationales Recht

WTO-Report zu Handel und Umwelt vom 14. Oktober 1999, Bridges Vol. 3 No. 41
Kernstück des Berichtes ist die Aussage, dass die grösste Gefahr für die Umwelt in der Armut bzw. dem wirtschaftlichen Nachholbedarf der Drittweltstaaten liegt. Obwohl der internationale Handel zwischen den Industrienationen Umweltschädigungen mit sich bringt, sind globale Umweltprobleme daher nicht über ökologisch motivierte Handelshemmnisse zu lösen. Erst die wirtschaftliche Erstarkung der Drittweltländer, wodurch diese vom akuten Kampf um die reine Existenzsicherung zu einer umweltverträglicheren und nachhaltigeren Entwicklung übergehen könnten, würde den Verschleiss der natürlichen Ressourcen aufhalten. Ohne auf ihre eigenen Regelungen, die über beträchtliche ökologische Defizite verfügen, einzugehen, spricht sich die WTO zudem für eine Stärkung internationaler Umweltkonventionen als unabdingbare Voraussetzung einer Entschärfung des Konfliktes zwischen Handel und Umwelt aus.

Fünfte Vertragsparteienkonferenz zur Klimakonvention in Bonn vom 25. Oktober 1999 bis 5. November 1999
Der Ausgang der Konferenz zeichnet sich zwar nicht so sehr durch konkrete, politisch gewichtige Ergebnisse aus, hingegen widerspiegelt er als wichtigen Fortschritt gegenüber früheren Jahren eine deutliche Verbesserung des Verhandlungsklimas zwischen den Vertragsparteien. So wurden in Bonn verbindliche Verhandlungstermine vereinbart, damit bis zur sechsten Konferenz im Jahre 2000 die zentralen Konkretisierungen des Kyoto-Protokolls (Haftungsfragen beim Emissionshandel, Anteilsanrechnung der im Ausland über JI oder CDM erzielten Emissionsreduktionen, Sanktionsmechanismen bei Nichteinhaltung der Reduktionsziele etc.) verabschiedet werden können.
Insbesondere im Konflikt zwischen den Drittweltstaaten und den USA, welche den Einbezug dieser Länder in verbindliche Reduktionsverpflichtungen fordern, dürfte der Konferenzbeschluss, wonach CDM-Projekte ab dem nächsten Jahr zugelassen sind, zu einer gegenseitigen Annäherung führen. Auch dem Widerstand der Erdölstaaten gegenüber einem allzu strengen Klimaregime versuchte man in Bonn zu begegnen. Ihnen kommt insbesondere entgegen, dass beschlossen wurde, der Forderung dieser Staaten nach Entschädigungen für durch Reduktionsmassnahmen entstandene Wirtschaftsnachteile eine separate Sitzung zu widmen.
Die Schweizer Delegation schliesslich konnte an der Konferenz als erstes Land, welches gesetzliche Emissionsreduktionen auf nationaler Ebene vorsieht, das im Oktober vom Parlament verabschiedete CO2-Gesetz vorstellen.
Die nächste Vertragsparteienkonferenz findet im November 2000 statt.

Stelleninserat

 

Die Schweiz. Stiftung für Landschaftsschutz und Landschaftspflege (SL) sucht für ihre Geschäftsstelle in Bern

zwei Mitarbeiter/innen
(Teilzeit je 50%)
deutsch- bzw. französischsprachig

per 1. März 2000 oder nach Vereinbarung.
Die auf 3 Jahre befristeten Stellen umfassen selbständige Sachbearbeitung, Projektarbeit, journalistische Tätigkeiten und Mitwirkung bei Kampagnen.

Anforderungen:
­ abgeschlossenes Hochschulstudium oder vergleichbare Ausbildung, erworben in den 90er Jahren,
­ persönliches Engagement und Praxiserfahrung im Bereich Landschaftsschutz, Kenntnisse in Umwelt/ Raumplanung/ Agronomie und Journalismus,
­ gewandte mündliche und schriftliche Ausdrucksweise,
­ deutsche bzw. französische Muttersprache, mit guten Kenntnissen der jeweils anderen Sprache.

Wir bieten selbständige, abwechslungsreiche Tätigkeit und Arbeit in kleinem Team.

 

Wir erwarten gerne Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen:
SL/FSPAP, Personalwesen, Hirschengraben 11, 3011 Bern, Tel. 031 312 20 01

Impressum
Das Bulletin des Schweizerischen Verbandes der Umweltfachleute (SVU) erscheint 6 mal jährlich in deutscher und französischer Sprache.
Druckauflage: 900

Internet: http://www.ambios.ch/svu

Hauptredaktion
Dr. Gabi Gerlach, Dr. Andreas Bally, BiCon AG - Institut für angewandte Umweltwissenschaften, Bodanstr. 19, 8280 Kreuzlingen
Tel. 071 672 28 68
Fax. 071 672 28 69
email: bicon@access.ch
Redaktion für die französisch- und italienischsprachige Schweiz:
Sarah Pearson,
rue Micheli-du-Crest 18, 1205 Genève
Tél 021 619 44 56
Fax 022 329 36 46
e-mail: s.pearson@srva.ch
Übersetzung:
Catherine Baroffio, Markus X. Schmid
Geschäftsstelle des SVU:
Brunngasse 60, 3011 Bern
Tel. 031 311 03 02
Fax. 031 312 38 01
email: svu@thenet.ch